Ende der Ära Kartnig

Rückzug von Kartnig als Sturm-Präsident

Fußball
03.11.2006 12:39
Nach knapp 14 Jahren ist die "Ära Hannes Kartnig" beim SK Sturm Graz zu Ende. Der 55-Jährige hat am Donnerstagabend wie erwartet alle Funktionen beim österreichischen Fußball-Bundesligisten zurückgelegt. Er machte damit den Weg frei für ein neues Präsidium, das den in Konkurs befindlichen Verein vor der Einstellung des Spielbetriebs bewahren soll.

Neuer Klub-Chef wurde der steirische Transport-Unternehmer Hans Fedl, ihm zur Seite stehen Hans Rinner und Gerhard Marbler als Vizepräsidenten sowie Stefan Fattinger als wirtschaftlicher Koordinator. 

Durch den Rückzug von Kartnig, mit dem sich auch Hans- Jörg Glinz und Wolfgang Lidl verabschiedeten, wird eine von der Investorengruppe um Fedl versprochene Bankgarantie von 750.000 Euro schlagend, durch die der Klub gerettet werden soll. Eine diesbezügliche Entscheidung fällt am 7. Dezember, wenn die Gläubiger über den Zwangsausgleich abstimmen.

Der neue Präsident Fedl ("Schon als kleiner Bub war ich Sturm- Anhänger") zeigte sich optimistisch, dass der dreifache Champions- League-Teilnehmer gerettet werden kann. "Das ist jetzt einmal unser vorrangiges Ziel, und wir sind optimistisch, dass wir es schaffen", meinte der 55-Jährige nach dem Ende der entscheidenden Vorstandssitzung am Donnerstagabend im Sturm-Sekretariat. Im sportlichen Bereich werde sich laut Fedl derzeit überhaupt nichts ändern. Künftig sollen für die Mannschaft neue Strukturen aufgebaut werden, so Fedl, ohne nähere Details dazu bekannt zu geben.

Kartnig, dem von Fedl "für eine erfolgreiche Sturm-Zeit" gedankt wurde, wirkte nach der "Machtübergabe" sichtlich erleichtert. "Ich wünsche Sturm alles Gute. Mit meinem Nachfolger kann ich bestens leben. Ich weiß, er hat ein Sturm-Herz, ist schwarz-weiß bis in die Knochen und wird das Sturm-Schiff wieder in ruhigere Gewässer lenken." 

Im Dezember 1992 hatte der Selfmade-Millionär die Vereinsführung in einer schweren sportlichen und finanziellen Krise übernommen. Als Präsident hatte Kartnig Sturm zu zwei Meistertiteln und im Jahr 2000 zu einem Gruppensieg in der Champions League geführt. 

Für Kartnig ist es bereits der zweite Abschied als Präsident eines Grazer Sport-Klubs. 1996 erklärte Kartnig, damals Österreichs erster Doppel-Präsident, beim Eishockey-Erstligisten EC Graz seinen Rücktritt, um sich auf sein Aufgabe bei Sturm zu konzentrieren.

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