21.03.2017 10:27 |

Urteil in Wien

"Allahu Akbar"-Rufe und Kohlenzange als "Waffe"

Weil er bei Passanten auf der belebten Hütteldorfer Straße in Wien-Penzing mit lauten "Allahu Akbar"-Rufen für Angst und Schrecken gesorgt hatte, ist am Dienstag ein Ägypter am Straflandesgericht rechtskräftig wegen gefährlicher Drohung zu fünf Monaten bedingter Haft verurteilt worden. "Bewaffnet" war der Mann mit einer Kohlenzange gewesen, die sehr einem Messer ähnelt.

Der Vorfall hatte sich am Nachmittag des 14. Jänner zugetragen. Der Beschuldigte, der sich in einen Shisha-Club zurückgezogen hatte, bekam einen Anruf von seiner Frau. Die Familien der Eheleute in Ägypten waren in Streit geraten, der Mann sollte in seine Heimat reisen, um alles zu regeln.

"Psychischer Ausnahmezustand"
Er wollte das nicht, sei aber von seiner Frau dazu gedrängt worden. "Ich war in einem psychischen Ausnahmezustand", meinte der Angeklagte. Er griff sich die Heißkohlenzange für Shishas, die im zusammengeklappten Zustand einem Messer sehr ähnlich ist, und ging laut schimpfend auf die Straße.

Dabei fielen laut Staatsanwaltschaft auch "Allahu Akbar"-Rufe. "Was haben Sie geschrien?", fragte Richter Georg Olschak. "Ich kann mich nicht erinnern", meinte der Angeklagte. "Kann es sein, dass es 'Allahu Akbar' war?", so Olschak. "Möglich", murmelte der Beschuldigte. "Weil ich ein betender Mensch bin, hab ich das gesagt."

Polizist mit Kohlenzange bedroht
Einem Polizisten, der in Zivil gerade einkaufen war, kam der Beschuldigte laut Protokoll allerdings sehr nahe und hielt ihm den "messerähnlichen Gegenstand" vors Gesicht, wie der 40-Jährige im Zeugenstand berichtete. Der Beamte erzählte auch von Passanten, die verschreckt gesagt hätten: "Hast du das Messer gesehen?" Der Polizist holte Kollegen zu Hilfe, die den Ägypter schließlich festnahmen.

Da der Mann auch zwei Mal wegen sexueller Belästigung aufgefallen war, hat die Staatsanwältin den Strafantrag ausgedehnt. Der Beschuldigte, der sich seit 20. Jänner in U-Haft befindet, wurde in beiden Fällen schuldig gesprochen. Der Richterspruch ist bereits rechtskräftig.

 krone.at
krone.at

Kommentare

Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Aktuelle Schlagzeilen
Mutter angeklagt:
An Spritzenpumpe für Tochter (2) manipuliert?
Oberösterreich
Maximilian Wöber
Salzburgs Rekordtransfer muss Antworten liefern
Fußball National
Fans und Spieler sauer
Die Zeit der violetten Ausreden ist nun vorbei!
Fußball National
Goldtorschütze in Graz
Rapids Schwab: „Sterben nicht mehr in Schönheit“
Fußball National
Bayerns Star-Neuzugang
„Ihm fehlt der Charakter!“ Kritik an Coutinho
Fußball International
NEOS wollen Änderungen
Österreich: 22 Mio. Euro für Politikerpensionen
Österreich
„Krone“-Wahlschiris
Eine Rote Karte für rote Dosenschießer
Österreich
Alarm via Lautsprecher
Badeunfall-Zeugen fiel Notrufnummer nicht ein!
Oberösterreich

Newsletter