Do, 16. August 2018

Pflegediskussion

29.10.2006 20:43

Stolzer Preis für Menschlichkeit

Beeindruckt war die Delegation aus OÖ von den zukunftsweisenden Pilotprojekten bei der Betreuung alter und kranker Menschen in Deutschland. Allerdings: „Das muss man sich auch leisten können“, seufzten Sozialreferentin Friederike Mach aus Steyr und ihre Welser Kollegin Silvia Huber. Denn: 70 Prozent der deutschen Senioren sind Selbstzahler - bei uns aber nur 12 bis 17 Prozent!

Vertreter der Landeswohnungsgenossenschaft LAWOG, der Politik und Sozialabteilungen sahen sich bei herausragenden Modellen in den deutschen Städten Bielefeld, Bremen und Münster um. Da gibt es zum Beispiel die „Villa Mauritz“ der „Alexianer“ in Münster, in der zehn demenzkranke Männer und Frauen leben. Liebevoll betreut, und zwar rund um die Uhr. Denn wenn die 90-jährige Frau Schröder um drei Uhr früh ihren Sohn Hartmut zur Schule bringen will, muss natürlich jemand da sein, der sie wieder ins Bett bringt. Der stolze Preis für den menschlichen Lebensabend: 3000 Euro im Monat. Aber immer noch „günstig“, denn das prachtvolle Haus wurde den „Alexianern“ für den guten Zweck zu einem Schnäppchenpreis überlassen.

Wie in Oberösterreich sind auch in Deutschland alle Pflegemodelle nur mit Hilfe von ehrenamtlichen Helfern durchführbar. „Die fallen aber nicht vom Himmel“, wissen die Experten der Bremer Heimstiftung. Sie werden deshalb gezielt angeworben, geschult und versichert - und manche lässt man auch aus gutem Grund wieder ziehen.

 

 

 

Foto: Hedwig Savoy

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