Di, 13. November 2018

Haft droht

03.06.2016 16:26

Schuldirektor muss vor Gericht

Ein ehemaliger Schuldirektor aus dem Raum Klagenfurt muss wegen Verdachts auf Amtsmissbrauch vor Gericht. Der Mann soll als Leiter einer Höheren Schule gegenüber dem Landesschulrat zu hohe Schülerzahlen genannt haben, um Klassen und Lehrer zu halten. Erst nach seiner Pensionierung flog der Schwindel auf.

Bereits im September 2014 wurde der Fall beim Korruptionsstaatsanwalt angezeigt. Demnach soll der ehemalige Direktor sowohl 2009/10 als auch 2013/14 zu hohe Zahlen genannt haben. Dabei lehnte er sich weit aus dem Fenster: Im Jahr 2009 sollen es in einer Klasse gleich 27 statt elf, 2013 dann 29 statt 17 Schüler gewesen sein.

Trotz dieser krassen Differenz hatte beim Landesschulrat niemand den Braten gerochen. "Bei Tausenden Klassen können wir nicht alle überprüfen. Außerdem vertraut man darauf, dass die Zahlen stimmen, die uns genannt werden", erklärt Landesschulratspräsident Rudolf Altersberger.

Erst, nachdem der Direktor den Ruhestand angetreten hatte, kam der Fall durch eine anonyme Anzeige ins Rollen. Da auch die offenbar gefälschten Klassenlisten beigelegt waren, vermutet man in der Schule, dass entweder Lehrer oder Schüler hinter der Anzeige stecken. Die Ermittlungen zogen sich allerdings in die Länge. Erst in der kommenden Woche muss sich der Ex-Direktor wegen Amtsmissbrauchs vor Richterin Barbara Baum verantworten. Ihm droht eine Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren.

Der Beschuldigte, für den die Unschuldsvermutung gilt, war Freitag für keine Stellungnahme erreichbar.

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