04.07.2006 19:07 |

Der Fall Frings

FIFA-Präsident Blatter räumt Fehler ein

FIFA-Präsident Joseph Blatter hat Fehler im Fall des gesperrten deutschen Nationalspielers Torsten Frings eingestanden. "Wir haben einen Nachholbedarf bei der Auswertung von Fernsehbildern, die in einem Disziplinarverfahren gebraucht werden", erklärte der Chef des Fußball-Weltverbandes FIFA am Dienstag in Berlin. "Dies haben wir aus der Angelegenheit gelernt."

Ich nehme das auf meine Kappe und Schulter, dass das so lange gedauert hat", sagte der Schweizer, der damit auf die Kritik reagierte, die FIFA hätte die TV-Bilder zu den Tumulten nach dem WM-Viertelfinalspiel Deutschland gegen Argentinien am Freitag nicht systematisch und schnell genug gesichtet.

Frings wurde erst am Tag vor dem Halbfinale in Dortmund gegen Italien gesperrt. Nach dem FIFA-Disziplinarreglement kann bis spätestens 72 Stunden nach einem Verstoß in einer Partie noch eine Strafe verhängt werden. "Wenn es aber etwas so Wichtiges ist, das Einfluss auf das nächste Spiel hat, sollte der Entscheid mehr als einen Tag vorher gefällt sein", räumte Blatter ein. Und betonte: "Die FIFA hat aus dieser Angelegenheit gelernt."

Zugleich bemerkte er jedoch, dass das Verfahren gegen Frings, der für ein Spiel gesperrt wurde und für ein weiteres auf Bewährung spielt, "grundsätzlich richtig nach den Regeln" abgewickelt worden sei.

Überdenken will die FIFA angesichts der Rekordflut von 293 Gelben Karten und 27 Platzverweisen in den bisher 60 Begegnungen den Umgang mit Verwarnungen. "Es gibt Ligen, bei denen erst nach drei, vier oder fünf Gelben Karten eine Sperre ausgesprochen wird", sagte Blatter. "Bei der WM wäre es vielleicht sinnvoll, drei statt zwei Gelbe Karten als Maß zu nehmen." Optimistisch ist der Schweizer, dass die Referees in absehbarer Zeit technische Hilfe beim Tor-Beweis per Mikrochip im Ball oder mit speziellen Kameras bekommen.

Freitag, 07. Mai 2021
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