02.07.2006 13:25 |

Späte Entscheidung

Portugal besiegt England im Elferschießen 3:1

Dank Elfmeter-Spezialist Ricardo hat Portugal den größten Erfolg der Verbands-Geschichte seit 40 Jahren gefeiert. Mit drei gehaltenen Schüssen rettete der Keeper von Sporting Lissabon seinem Team am Samstag den 3:1-Erfolg im Elfmeterschießen des WM-Viertelfinales gegen England. Vor zwei Jahren hatte er bei der EM in Portugal einen Strafstoß abgewehrt und den letzten Schuss selbst verwandelt.

Vor 52.000 Zuschauern in der ausverkauften Gelsenkirchner WM-Arena, darunter 30.000 Engländer, musste das Fußball-Mutterland in der zuvor torlos gebliebenen Partie den Nachteil verkraften, dass Stürmerstar Wayne Rooney (62. Minute) wegen Tätlichkeit die Rote Karte gesehen hatte. In der Vorschlussrunde treffen die Portugiesen am Mittwoch in München auf Ex-Champion Frankreich, das Top-Favorit Brasilien mit 1:0 aus dem Turnier geworfen hat (siehe Infobox!).

England verpasst Revanche
Die Engländer konnten zum ersten Mal bei dieser WM-Endrunde ihre Bestformation aufbieten, verpassten aber die geplante Revanche für den Viertelfinal-K.o. bei der EM in Portugal vor zwei Jahren. Portugals Trainer Luiz Felipe Scolari baute nach dem schwerwiegenden Ausfall von Spielmacher Deco und des ebenfalls Gelb-gesperrten Costinha mit der Hereinnahme von Petit und Tiago verstärkt auf Defensive. Immerhin war dafür nach überstandener Oberschenkelblessur Cristiano Ronaldo wieder dabei und unterstützte den aus Pauleta bestehenden Ein-Mann-Sturm aus der zweiten Reihe.

Und der für Manchester United spielende portugiesische Jungstar hatte für sein wie immer sehr zurückhaltend agierendes Team gleich zwei gute Chancen (10./19.), konnte diese aber ebenso wenig nutzen wie Tiago (13.), dem der ins Team zurückgekehrte Gary Neville den Ball unfreiwillig vorgelegt hatte. Die Briten mit dem starken Owen Hargreaves im defensiven Mittelfeld waren zwar mehr als zuletzt um Spielkultur bemüht, ihren Aktionen fehlte aber letztlich die Präzision. So hatten sie mit Ausnahme von zwei Distanzschüssen durch Rooney (9.) und Frank Lampard (45.), die Torhüter Ricardo parierte, vor der Pause keine nennenswerte Offensiv-Aktion zu bieten.

Tränen bei Beckham, Rot für Rooney
Nach dem Wechsel machten die Akteure bei Temperaturen von rund 30 Grad da weiter, wo sie aufgehört hatten. In der 52. Minute ergriff Sven-Göran Eriksson dann die Initiative und wechselte den bis dahin kaum in Erscheinung getretenen David Beckham gegen den erst 19-jährigen Aaron Lennon aus. Der Mittelfeldstar war damit offenbar gar nicht einverstanden und saß danach heulend auf der Bank. Immerhin kamen die Briten etwas besser ins Spiel: Lampard (53.) und vor allem Joe Cole (59.) hatten das 1:0 auf dem Fuß. Drei Minuten später dann jedoch der Schock: Rooney sah nach einem Tritt gegen Ricardo Carvalho die Rote Karte vom aufmerksamen argentinischen Referee Elizondo.

Die Iberer um Kapitän Figo, der in seinem 125. Länderspiel wie Beckham und viele andere namhafte Akteure enttäuschte, setzten auch in Überzahl auf Konter, statt nun die Entscheidung zu suchen. Mit der Hereinnahme von Simao, Hugo Viana und Helder Postiga versuchte Scolari gegen Ende der regulären Spielzeit, mehr Kreativität ins Spiel des Vize-Europameisters zu bringen. Vergebens: Auch der später entkräftet ausgewechselte Figo (78.) sowie auf der Gegenseite Lennon (82.) und Terry (90.+2) trafen nicht und erzwangen die Verlängerung.

Donnerstag, 13. Mai 2021
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