Sa, 20. Oktober 2018

34 Staaten dabei

15.12.2015 10:50

Saudis schmieden islamische Anti-Terror-Allianz

Saudi-Arabien hat in der Nacht auf Dienstag die Gründung einer islamischen Militärallianz im Kampf gegen den Terrorismus verkündet. An dem Bündnis sollen sich laut einem Bericht 34 Staaten, darunter Ägypten, Katar, die Vereinigten Arabischen Emirate, die Türkei, Malaysia und Pakistan beteiligen. Der schiitische Iran, Erzrivale Saudi-Arabiens, ist nicht Teil der Allianz.

"Die hier erwähnten Staaten haben beschlossen, eine Militärallianz unter Führung Saudi-Arabiens zum Kampf gegen den Terrorismus zu gründen. Ein gemeinsames Hauptquartier in Riad wird die militärischen Operationen koordinieren und unterstützen", hieß es in einer gemeinsamen Erklärung der beteiligten Länder laut einem Bericht der staatlichen Nachrichtenagentur SPA.

Das Bündnis solle vor allem gegen Terrorismus im Irak, Syrien, Libyen, Ägypten und in Afghanistan vorgehen, sagte der Zweite in der Thronfolge und Verteidigungsminister des Landes, Mohammed bin Salman. Aktionen vor allem in Syrien und im Irak würden international abgestimmt. Das neue Bündnis solle nicht nur gegen die Extremistenmiliz Islamischer Staat vorgehen, sondern gegen "jede terroristische Organisation, mit der wir konfrontiert werden".

USA forderten stärkere Rolle
Vor allem die USA hatten zuletzt immer wieder eine stärkere Rolle der Golfstaaten im Kampf gegen den IS in Syrien und im Irak gefordert. Der schiitische Iran ist nicht an der Koalition beteiligt. Saudi-Arabien und der Iran sind aktuell in eine Reihe von Stellvertreterkriegen in der arabischen Welt involviert - darunter in Syrien und im Jemen.

Siebentägige Feuerpause im Jemen ausgerufen
Der IS nutzt verstärkt auch im Jemen das Machtvakuum aus, um sich auszubreiten. Dort hat die von Saudi-Arabien geführte Militärallianz Dienstagfrüh eine siebentägige Feuerpause ausgerufen. Mit dem einseitigen Schritt wollen die jemenitische Regierung und ihre Verbündeten die in der Schweiz startenden Friedensgespräche unterstützen. Man hoffe, "dass sich die Milizen diesmal an die Feuerpause halten", sagte der Regierungsvertreter Muin Abdulmalek der Nachrichtenagentur AFP. Die Houthi-Rebellen äußerten sich noch nicht dazu.

Eine Regierungsdelegation will am Dienstag in der Schweiz unter Vermittlung der UNO Friedensgespräche mit den Houthi-Rebellen beginnen, die im Jemen gegen die regierungstreuen Kräfte kämpfen. Seit März wurden in dem Konflikt nach UNO-Angaben mehr als 5800 Menschen getötet, etwa die Hälfte von ihnen waren Zivilisten. Mehr als 27.000 weitere Menschen sollen verletzt worden sein.

Deutsche Kritik an König Salman und Sohn Mohammed
In Sachen Terrorbekämpfung war Saudi-Arabien zuletzt teils heftig kritisiert worden. Unter anderem beschäftigte sich ein Bericht des deutschen Bundesnachrichtendienstes (BND) kritisch mit dem Königshaus. Vor allem die Rolle des neuen Verteidigungsministers und Sohns von König Salman, Mohammed bin Salman, wurde vom deutschen Auslandsgeheimdienst kritisch gesehen.

Es bestehe die Gefahr, dass er "die Beziehungen zu befreundeten und vor allem alliierten Staaten der Region überstrapaziert", schrieben die BND-Analysten. König Salman und sein Sohn Mohammed wollten sich als "Anführer der arabischen Welt profilieren". Sie versuchten, die außenpolitische Agenda Saudi-Arabiens "mit einer starken militärischen Komponente sowie neuen regionalen Allianzen zu erweitern". Die Reaktionen auf den BND-Bericht waren heftig.

Video: Deutscher Bundestag beschloss Anti-IS-Einsatz

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