27.05.2015 16:53 |

Mindestsicherung

Weniger Geld für Arbeitsverweigerer

Wer sich nicht in die Arbeitswelt integrieren will, muss mit Sanktionen rechnen – bei erwachsenen Mindestsicherungs-Beziehern ist das bereits längst der Fall. Sozialstadträtin Sonja Wehsely gab Mittwoch bekannt: Auch Jugendliche müssen nun mit finanziellen Einschränkungen rechnen. Die Grünen schäumen vor Wut.

Weniger Geld für Arbeitsverweigerer. Und nun trifft es auch die Altersgruppe der unter 25-Jährigen. Der Hintergrund: Die Zahl der Mindestsicherungs-Bezieher von 15 bis 25 Jahren ist gestiegen – von 18.000 Betroffenen (2012) auf 22.500 (2014). Ein Großteil, nämlich 90 Prozent, sind beim AMS gemeldet und auf der Suche nach Arbeit. Rund 2000 Junge sind es nicht.

Schlimmstenfalls null Euro
„Melden sie sich nicht an oder verweigern Unterstützungsangebote, dann müssen auch sie ab sofort mit Sanktionen rechnen“, so Sonja Wehsely. Die neuen Folgen: eine Kürzung der Bezüge um schrittweise 25 Prozent auf – schlimmstenfalls – null Euro. Hohe Kosten – Stadt braucht 50 Millionen Das soziale Netz in Wien ist (zum Glück) dicht geflochten, droht aber bald zu reißen: Für diese Leistungen stellt die Stadt 2,9 Milliarden Euro pro Jahr bereit. Insgesamt haben laut aktuellem Sozialbericht 160.000 Menschen in Wien Mindestsicherung (derzeit 827,82 Euro monatlich) erhalten, aber nur rund 40 Prozent stehen dem Arbeitsmarkt zur Verfügung. Gestiegen ist auch die Sozialhilfe für Asylberechtigte. Die Folgen: Die Stadt braucht mehr Geld, nächste Woche werden im Gemeinderatsausschuss 50 Millionen Euro lukriert.

Paket für junge Menschen
Mit einem Fünf-Punkte-Programm will man den Jungen helfen: Ab Herbst soll etwa die Beratung bei AMS und BMS an einem Ort gebündelt werden, auch mehr Beschäftigungsplätze werden nun geschaffen.

Die Opposition übt heftige Kritik. Auch die Grünen sind dagegen. Maria Vassilakou: „Kinder und Jugendliche sollten die letzte Stelle sein, an der gespart wird. Sie sind die Zukunft.

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