Mo, 20. August 2018

Crew in Sicherheit

14.01.2015 15:21

Ammoniak ausgetreten: US-Teil der ISS evakuiert

Das US-Segment (Bild) der Internationalen Raumstation ISS ist am Mittwoch nach einem Alarm evakuiert worden. Die Flugleitzentrale der russischen Raumfahrtbehörde Roskosmos berichtete von einem Leck im Kühlsystem, durch das sich Ammoniak im US-Sektor ausgebreitet habe. Die Crew habe sich in den russischen Teil der ISS in Sicherheit gebracht.

Nach Angaben von Roskosmos wurde der Alarm gegen 9.44 Uhr MEZ ausgelöst. Die Amerikaner Barry Wilmore und Terry Virts hätten sich zur Sicherheit mit großer Eile in den russischen Teil der ISS begeben. Der amerikanische Sektor der Raumstation sei daraufhin evakuiert und abgeriegelt worden, alle Astronauten befänden sich nun im russischen Teil in Sicherheit. "Es gibt dort genug Sauerstoff und Lebensmittel", sagte Roskosmos-Chef Oleg Ostapenko.

Der Austritt von Ammoniak gilt - neben einem Brand und einem Druckabfall - als größte Gefahr für den Außenposten der Menschheit. Der Stoff ist hochgiftig und dient unter anderem zur Kühlung des Stromkreislaufes auf der ISS, die in rund 400 Kilometern Höhe um die Erde kreist. Derzeit arbeiten neben den US-Astronauten noch drei Russen und eine Italienerin auf der ISS.

NASA dementiert Berichte von Leck
Was den Vorfall verursachte, sei unklar, ein Austritt von Ammoniak unbestätigt, berichtete die US-Raumfahrtbehörde NASA, die Sicherheit gehe aber vor. Über Twitter bestätigte die NASA aber, dass alle sechs Besatzungsmitglieder im russischen Teil der ISS Zuflucht gefunden hätten. Nach Einschätzung von Experten im US-Kontrollzentrum könnte der Alarm durch "erhöhten Druck, einen defekten Sensor oder ein Problem bei der Übermittlung der Computerdaten" ausgelöst worden sein.

Auch ISS-Programmleiter Mike Suffredini erklärte später, es sei nicht von einem Ammoniak-Austritt auszugehen. "Es bestand zu keinem Zeitpunkt eine Gefahr für die Besatzung", fügte er hinzu. Die beiden US-Astronauten und ihre italienische Kollegin Samantha Cristoforetti kehrten schließlich gegen 21 Uhr MEZ wieder in das US-Segment der ISS zurück, wie die NASA mitteilte.

Die ISS gehört zu den seltenen Projekten, bei denen die USA und Russland seit Beginn der Ukraine-Krise noch kooperieren. Insgesamt beteiligen sich 16 Länder an der Internationalen Raumstation, den Großteil der Kosten tragen jedoch Moskau und Washington.

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