Mi, 19. September 2018

Krise bei Barcelona

07.01.2015 16:45

Lionel Messi hat Zoff mit Trainer Luis Enrique

Beim FC Barcelona hängt der Haussegen dieser Tage gehörig schief. Nach der Trennung von Sportdirektor Andoni Zubizarreta sorgt ein Disput zwischen Superstar Lionel Messi und Trainer Luis Enrique für Aufruhr im katalanischen Lager. Spanische Gazetten sehen die größte Krise beim spanischen Großklub seit Jahren. Zudem gab Klub-Boss Josep Maria Bartomeu bekannt, dass der FC Barcelona aus Protest gegen das Transferverbot alle institutionellen Beziehungen zur FIFA abbricht.

Enrique hatte im Baskenland seine Stars Neymar und Messi nur auf der Bank Platz nehmen lassen. Der zur Pause eingewechselte Argentinier war darüber offenbar alles andere als erfreut. Am Montag blieb er dem Training sowie einem Mannschaftsbesuch in einem Krankenhaus offiziell aufgrund von Magenproblemen fern. Seither sind vor allem die längerdienenden Barca-Profis als Psychologen gefragt.

Stil und taktische Vorgaben machen Messi Probleme
Am Mittwoch wollten sich Xavi, Andres Iniesta und Sergio Busquets noch vor dem Training mit Messi unterhalten und die Wogen glätten. Der vierfache Weltfußballer, der bei den Katalanen schon unter Pep Guardiola oder Gerardo Martino seine Privilegien genoss, dürfte mit dem Stil und den taktischen Vorgaben von Enrique Probleme haben. Schon vergangenen Freitag soll es im Training beinahe zu einem Streit gekommen sein.

Dass der spanische Ex-Internationale mit Barcelona- und Real-Vergangenheit als willensstark gilt, scheint die Situation zusätzlich anzuheizen. Prompt folgten Spekulationen, wonach Chelsea bereit wäre, die festgelegte Ausstiegsklausel von 250 Millionen Euro für Messi zu bezahlen. Ein katalanischer Radiosender berichtete, dass der Londoner Klub Messis Vater und Agent Jorge bereits kontaktiert habe.

Enrique dementiert Streit mit Messi
Enrique bestritt jedenfalls einen Konflikt mit Messi. "Ich fühle die Unterstützung des Klubs und der Spieler. Daran habe ich keine Zweifel", sagte der 44-Jährige vor dem Cup-Heimspiel gegen Elche am Donnerstagabend. Auf Fragen über heftige Diskussionen mit seinem Superstar antwortete Enrique jedoch: "Ich kann das weder bestätigen noch dementieren", und fügte an: "Was innerhalb der Gruppe passiert, bleibt in der Kabine."

Enrique dementierte außerdem, von der Klubführung nach der Niederlage bei Real Sociedad ein Ultimatum erhalten zu haben. Dabei befindet sich die Führungsebene der Katalanen ebenfalls in Nöten. Verschlechtert hatte sich die Lage seit der Bestätigung der FIFA-Transfersperre durch den Internationalen Sportgerichtshof (CAS) zu Beginn der Vorwoche. In der sportlichen Leitung übte man sich danach in Schuldzuweisungen.

Zubizarreta sorgt für Eklat
Der seit 2010 nicht unbedingt mit dem besten Händchen für Transfers agierende Zubizarreta sorgte Sonntagabend im spanischen TV dann für einen Eklat. Der ehemalige spanische Teamtorhüter betonte, dass dem nun amtierenden Klub-Boss Josep Maria Bartomeu der Bruch der FIFA-Statuten bei der Verpflichtung Minderjähriger zwischen 2009 und 2013 bewusst gewesen wäre. "Bartomeu war damals Vizepräsident und war in dieser Situation bestens informiert", sagte Zubizarreta gegenüber "Canal Plus". Am Tag darauf folgte die Trennung vom Sportdirektor.

Präsidentschaftswahlen schon nach Saisonende
Der bei den Fans unbeliebte Bartomeu steht dennoch weiter in der Kritik. Er gab am Mittwoch in einer Pressekonferenz bekannt, dass es schon am Ende der laufenden Saison zu Präsidentschaftswahlen kommen wird. Die Wahlen hätten ursprünglich erst 2016 über die Bühne gehen sollen. Bei den Katalanen geht es aber momentan drunter und drüber.

Bartomeu, der erst seit dem Rücktritt von Sandro Rosell im Jänner 2014 im Amt ist, will mit der Maßnahme zum "Abbau der Spannungen im Verein" beitragen. Medienberichte über einen Konflikt zwischen Messi und Luis Enrique spielte der 51-Jährige herunter. Er sehe einen "glücklichen" Messi, versicherte der Klubboss.

Bruch mit FIFA
Weiters kündigte Bartomeu an, dass Barcelona aus Protest gegen die auferlegte Transfersperre alle institutionellen Beziehungen zur FIFA abbricht. Zudem wolle er dem FIFA-Präsidenten Joseph Blatter in den nächsten Tagen einen "harten Brief" schicken, erklärte Klub-Boss Josep Maria Bartomeu am Mittwoch in Barcelona.

Der Fall sei mit der jüngsten Bestätigung des Transferverbots durch den Internationalen Sportgerichtshof (CAS) in Lausanne "noch nicht zu Ende". Bartomeu verriet, dass er unter anderem der FIFA-Weltfußballer-Gala am 12. Jänner in Zürich fernbleiben werde.

Der Verein von Weltstar Lionel Messi war von der FIFA im August 2014 wegen der unzulässigen Verpflichtung minderjähriger Spieler mit einem Transferverbot für zwei Wechselperioden sowie einer Geldstrafe von etwa 375.000 Euro belegt worden. Gegen die als "völlig unverhältnismäßig" empfundene Strafe hatten die Katalanen ohne Erfolg Einspruch beim CAS eingelegt.

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