Di, 23. Oktober 2018

US-Gegenschlag?

23.12.2014 06:55

Nordkorea stundenlang "komplett ohne Internet"

Die ohnehin störanfälligen Internetverbindungen zwischen Nordkorea und dem Rest der Welt sind am Montag offenbar für mehrere Stunden völlig zusammengebrochen, wie das auf Internetsicherheit spezialisierte US-Unternehmen Dyn Research mitteilte. Nordkorea sei "komplett ohne Internet", erklärte der Vizechef des Unternehmens, Earl Zmijewski. Am Dienstag waren allerdings nach mehr als neun Stunden Pause die wichtigsten Websites des Regimes wieder erreichbar.

Ein Dyn-Research-Mitarbeiter vermutete eine Netzwerk-Attacke. Er wäre nicht überrascht, wenn gegen das Land momentan eine Art Cyberattacke laufen würde, wurde Doug Madory, leitender Dyn-Research-Mitarbeiter, in einem Nordkorea-Blog zitiert. Auch die südkoreanische Regierung sprach von Problemen im Nachbarland. Es werde überprüft, ob es sich um eine Cyberattacke oder einen internen Systemcheck gehandelt habe, hieß es aus Regierungskreisen in Seoul. Es habe keine Probleme mit nordkoreanischen Propaganda-Websites wie Uriminzokkiri oder Naenara gegeben, die über Server im Ausland erreichbar sind.

Washington will nichts mit Ausfall zu tun haben
Einem Bericht des US-Senders NBC zufolge bestritt ein US-Regierungsvertreter entschieden, dass die Vereinigten Staaten etwas mit dem Ausfall zu tun hätten. Laut NBC sind von der Internetunterbrechung die Eliten des weltweit isolierten kommunistischen Staates betroffen, der Großteil der Bevölkerung verfügt über keinen Internetzugang.

Die US-Regierung hatte Nordkorea für einen Hacker-Angriff auf das Unternehmen Sony Pictures verantwortlich gemacht und am Montag vorgeschlagen, Nordkorea solle dafür Entschädigung zahlen. "Wenn sie hier behilflich sein wollen, dann sollten sie ihre Schuld eingestehen und Sony entschädigen", sagte US-Vize-Außenamtssprecherin Marie Harf in Washington. US-Präsident Barack Obama hatte am Sonntag dem Nachrichtensender CNN gesagt, Nordkorea solle wegen der Hackerattacke auf Sony möglicherweise nach sechs Jahren wieder auf die Liste der Staaten gesetzt werden, die den Terror unterstützen.

Die US-Regierung prüft nach Angaben von Harf eine Reihe von Optionen, um gegen die Internetattacke auf Sony Pictures vorzugehen. Sie äußerte sich aber nicht dazu, ob die USA für den Ausfall des nordkoreanischen Netzes verantwortlich seien.

Nach den Worten des Vizechefs von Dyn Research gibt es keine eindeutige Ursache für den Ausfall: "Sie können beschlossen haben, die Verbindung einfach zu kappen, sie können aber ebenso einer Panne oder einem Angriff zum Opfer gefallen sein", sagte Zmijewski.

Hat China den Stecker gezogen?
Nordkorea hat nur begrenzten Zugang zum World Wide Web. Laut Zmijewski läuft die gesamte Telekommunikation über China Netcom, einer Tochter von China Unicom. "Als Nordkoreas einziger Internetprovider wäre es für China Unicom ein Leichtes, den Zugang zu blockieren", sagte Zmijewski. Washington hatte China um Mithilfe gebeten, um die nordkoreanischen Hacker-Aktivitäten zu stoppen.

China selbst bestritt eine Beteiligung jedoch. Berichte über ein Kappen der Verbindung durch China seien "unverantwortlich", sagte eine Sprecherin der Außenamtes in Peking am Dienstag.

Großteil der Bevölkerung hat keinen Internetzugang
Die einfachen Bürger Nordkoreas werden von dem Angriff vermutlich nicht viel mitbekommen haben. Der Großteil der Bevölkerung hat keinen Internetzugang. Es gibt ein auf das Land beschränktes, nicht öffentliches Intranet. Nach Angaben nordkoreanischer Flüchtlinge kann dieses nordkoreanische Netz nur von Regierungsbeamten, dem Militär und Universitäten genutzt werden.

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