Plötzlich sackt er regelrecht zusammen, kann sich kaum auf den Beinen halten, geht buchstäblich zusammen: Doch was Daniil Medwedew mitten im Peking-Halbfinale gegen Novak Djokovic ereilte, war viel weniger ein echter Schwächeanfall als viel mehr die Eingabe, den „sterbenden Schwan“ auf der anderen Seite des Netzes nachzuäffen.
Es war einer der vielen unglaublichen Ballwechsel in einem hoch spektakulären Duell. Novak Djokovic, zuvor schon sichtlich angeschlagen und – vermeintlich – mehrmals an sein körperliches Limit gelangt, holte sich den Punkt zu Beginn des zweiten Satzes (nachdem er den ersten mit 7:5 gewonnen hatte). Sehr zum Unverständnis seines Gegners Daniil Medwedew. Ungläubig ob der immer wieder freigesetzten Kräfte seines Gegners, flüchtet sich Medwedew in Galgenhumor. Oder gar in Unsportlichkeit? Er äfft Djokovic sichtlich nach. Tut so, als würde er zusammensacken. Als würden ihn die Kräfte sichtlich verlassen. Das schiere Signal dahinter: „Erst spielt der den sterbenden Schwan, dann läuft er doch wieder wie ein Roboter.“
Völlig erschöpft?
Ist Medwedes Grant nachvollziehbar? Erstaunlich schien die sich immer wieder auffüllende Batterie im „Druacell-Haserl“ Djokovic schon. Schon im ersten Satz hatte er wild geschnaubt. Zwischenzeitlich krümmte er sich immer wieder, hielt sich die Oberschenkel, atmete schwer. Während eines Seitenwechsels ließ er sich sogar regelrecht auf seinen Sitz fallen, schien kaum noch die Arme oben halten zu können, bat einen Ballbuben um Unterstützung. Das wirkte alle schon recht wild.
Und doch schaffte er es immer wieder, schier unglaubliche Rallyes zu gehen, Punkte immer wieder für sich zu entscheiden.
Und Medwedew sichtlich die Nerven zu rauben.
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