Fr, 19. Oktober 2018

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16.12.2014 20:50

"Tiefe Abscheu" vor Taliban-Angriff in Pakistan

Nach dem blutigen Taliban-Massaker an einer pakistanischen Schule, bei dem mehr als 140 Menschen getötet worden waren, haben zahlreiche Staaten und Institutionen ihr Entsetzen über das Verbrechen zum Ausdruck gebracht.

EU-Parlamentspräsident Martin Schulz etwa meinte, er sei von "tiefer Abscheu" erfüllt. Dieses "feige Verbrechen macht fassungs- und sprachlos", so Schulz am Dienstag. Es sei ein weiterer Beweis für die menschenverachtende Ideologie der Taliban und "ihren erbarmungslosen Fanatismus". Besonders schockierend sei, dass sie "nicht vor der Ermordung von Kindern halt machen".

Auch der französische Präsident Francois Hollande, die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel und der Generalsekretär des Europarats, Thorbjörn Jagland, verurteilten den Anschlag scharf.

Sogar Indiens Premier sprach sein Beileid aus
Sogar der Premierminister des pakistanischen Erzfeindes Indien griff zum Telefon und rief seinen Amtskollegen in Islamabad an: "Ich habe mit Premierminister Nawaz Sharif telefoniert und ihm angesichts der niederträchtigen Terrorattackemein tiefstes Beileid ausgedrückt. Wir sind bereit, in dieser Stunde der Trauer alle mögliche Hilfe zu leisten", teilte Narendra Modi mit.

US-Botschafter: "sinnlose, menschenunwürdige Attacke"
Der US-Botschafter in Pakistan, Richard Olson, bezeichnete die Tat als "sinnlose und menschenunwürdige Attacke" auf unschuldige Schüler und Lehrer. "Wenige haben in den Händen von Terroristen und Extremisten mehr gelitten als die Menschen in Pakistan." Es sei deshalb entscheidend, dass die USA in Sicherheitsfragen weiter mit dem südasiatischen Land zusammenarbeiteten. Den Familien der Opfer drückte Olson ihr Mitgefühl aus.

US-Außenminister John Kerry hat die Bilder des Angriffs von als "absolut herzzerreißend" bezeichnet. "Dieser Terrorakt erzürnt und erschüttert alle Menschen mit Gewissen, und wir verurteilen ihn aufs Schärfste", sagte Kerry. Die Täter müssten zur Verantwortung gezogen werden. "Und wir sagen dem pakistanischen Volk volle Unterstützung zu in dieser schwierigen Zeit und wir werden ihnen auf jede uns mögliche Art helfen."

Tiefe Trauer bei Friedensnobelpreisträgerin Malala
Die pakistanische Friedensnobelpreisträgerin und Kämpferin für Kinderrechte, Malala Yousafzai, hat das Massaker als "grauenhaft und feige" bezeichnet. "Dieser sinnlose und kaltblütige Terrorakt bricht mir das Herz", erklärte die 17-Jährige in London. "Ich trauere mit Millionen anderen überall auf der Welt um diese Kinder, meine Brüder und Schwestern - aber wir werden niemals besiegt werden." Die jüngste Nobelpreisträgerin der Geschichte war 2012 selbst Opfer der Taliban geworden, die ihr bei einem Terroranschlag ins Gesicht geschossen hatten.

Der Generalsekretär der Organisation für Islamische Zusammenarbeit, Ijad Amin Madani, sprach von einem "entsetzlichen und sinnlosen terroristischen Angriff". Wer im Namen des Islam solche Gewalt verübe, habe mit dieser Religion nichts zu tun.

Afghanische Taliban verurteilen Anschlag
Die Taliban in Afghanistan haben ihre pakistanischen Pendands verurteilt. Die absichtliche Tötung unschuldiger Menschen, Kinder und Frauen verstoße gegen die Grundlagen des Islam, erklärte der afghanische Taliban-Sprecher Sabihullah Mujhahid. Beide Gruppen sind zwar organisatorisch getrennt, arbeiten aber zusammen.

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