Mo, 22. Oktober 2018

Viele offene Fragen

14.12.2014 11:50

HCB-Skandal: Behörden geben noch keine Entwarnung

"Ich kann Ihnen garantieren, dass Sie keine Gesundheitsgefährdung erlitten haben", haben Umweltmediziner bei Infoveranstaltungen den betroffenen Görtschitztalern am Freitag erklärt. Doch schon am Samstag ruderte die Landespolitik zum Teil zurück, denn noch immer sind zu viele Fragen rund um den HCB-Skandal offen. Unterdessen überlegt die Industrie, die Blaukalkverbrennungen wieder aufzunehmen.

"Die Entwarnung ist noch nicht zu 100 Prozent sicher, denn es ist lediglich eine grobe Einschätzung aufgrund der vorliegenden Daten", erklärt Gesundheitslandesrätin Beate Prettner. Es sind noch immer viele Fragen offen: Wie lange wurde das Görtschitztal mit Hexachlorbenzol belastet? Wie viel HCB ist über das Wietersdorfer Zementwerk in die Umwelt gelangt? In diesem Fall schwanken die Angaben derzeit zwischen 25 und 900 (!) Kilogramm. Unzählige Proben gilt es noch auszuwerten.

Frage des Tages: Weitet sich der HCB-Skandal noch aus? (Voting in der Infobox)

Rotwild muss erlegt werden, um Belastung zu prüfen
Görtschitztaler Jäger etwa müssen noch 16 Stück Rotwild erlegen, um aussagekräftige Daten über die Belastung der Wildtiere zu erhalten. Da auch Greenpeace-Chemiker Herwig Schuster vor einer voreiligen Entwarnung warnt, bleiben alle Vorsichtsmaßnahmen vorerst aufrecht.
Der Görtschitztaler HCB-Skandal ist jedenfalls einzigartig: Noch nie zuvor soll das gefährliche und weltweit verbotene Umweltgift über die Luft in die Nahrung gekommen sein.

"370 Tonnen Ersatzfutter haben wir den betroffenen Bauern zur Verfügung gestellt, denn sauberes Futter bedeutet auch saubere Lebensmittel", erklärt Agrarreferent Christian Benger: "Die Sperre einiger Betriebe konnte daher bereits wieder aufgehoben werden. Aktuell sind noch 21 gesperrt." Abgesehen von den gesundheitlichen Auswirkungen ist der Imageschaden enorm: Direktvermarkter aus dem Görtschitztal sind auf manchen Märkten unerwünscht, Kärntner Lebensmittel am Weltmarkt in Verruf geraten.

Industrie überlegt weitere Blaukalkverbrennungen
Während Krisenmanager Landeshauptmann Peter Kaiser deshalb bereits Überbrückungshilfen ankündigt und eine Arbeitsgruppe für einen "kompletten Neustart des Görtschitztals" installiert, überlegt die Industrie laut Umweltreferent Rolf Holub hingegen bereits weitere Verbrennungen von Blaukalk im Görtschitztal: "Ich werde das verhindern. Das können wir den Görtschitztalern nicht antun. In der Vergangenheit sind einfach zu viele Dummheiten passiert – und es kann noch einiges auf uns zukommen." Einigkeit herrscht im HCB-Skandal bei allen, wenn es um eine absolut lückenlose Aufklärung geht.

Kommentare

Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.