Admiras Neo-Boss Martin Dellenbach stand der „Krone“ Rede und Antwort. Der Schweizer setzte im Sommer in der Südstadt den Rotstift an, rief mit seiner Verjüngungskur die Kritiker auf den Plan. Warum der Riesenumbruch für den Unternehmer alternativlos war.
Als der Schweizer Martin Dellenbach mit seiner DSM-AG im Mai als neuer Entwicklungspartner der Admira vorgestellt worden war, gab’s im Fanlager danach nicht unbedingt Jubelschreie. Die Anhänger befürchteten, dass der Klub zum Förderverein werde und in der Bedeutungslosigkeit verschwinden würde.
Dabei ist der Unternehmer, der auch Anteile an Hartberg, Lafnitz, Szombathely und Pilsen besitzt, der Retter der finanziell gebeutelten Admira: „Das war bei Viktoria Pilsen nicht anders. Hätten wir nicht geholfen, würde es den Klub in der Form heute nicht geben. Es wäre wahrscheinlich auch ohne mich gegangen. Die Frage ist aber: Was will man am Ende?“ Erfolg! Der stellt sich aber nicht von heute auf morgen ein. „Wir müssen das Fundament schaffen. Wenn wir hier einen guten Job machen, dann kommst du nicht an der Bundesliga vorbei“, so Dellenbach.
Letzte Saison zerbrach der Traum vom Oberhaus im Frühjahr, danach gab’s den Ausverkauf. „Der Kader war viel zu groß und zu teuer. Wir hatten in einer 2. Liga 31 Spieler im Team.“ Vielen fehlte laut Dellenbach die Qualität für oben. „Du hättest keine elf Kicker für die Bundesliga gehabt. Was macht das für einen Sinn?“, fragt Admiras Boss, der sein Vermögen einst mit Waschanlagen anhäufte und von der Multi-Club-Ownership überzeugt ist. „Hat ein junger Fußballer wirklich Talent, kommt er mittelfristig an uns nicht mehr vorbei. Wir haben bereits bewiesen, dass es funktioniert“
Etwa beim Bosnier Ermin Mahmic. „Er hat bei uns in Lafnitz in der Landesliga gespielt, zuletzt bei der WM zwei Tore geschossen“, so der 59-Jährige. „Die Spieler brauchen in ihren Karrieren einfach Zwischenschritte.“ Beziehungsweise Stationen.
Weswegen Benjamin Nyarko den Schritt zurückging, von Slovan Liberec in die Südstadt wechselte. „Sind wir uns doch ehrlich: Kein 18-Jähriger möchte zur Admira wechseln! Die träumen von anderen Klubs.“ Wie wahr. „Wenn ein Nyarko, der viel zu gut für diese Liga ist, sich hier für Höheres empfehlen kann und der Admira aber zugleich viele Tore schießt – dann haben am Ende alle gewonnen.“
Auch Teamkeeper Flo Wiegele nahm Dellenbach in Pilsen einst an die Hand. „Ich habe ihm vor einigen Jahren bereits gesagt, dass ich ihn irgendwann als Nationaltorhüter sehe. Es brauchte aber davor die Leihe zum GAK. Der Rest ist bekannt.“ Die Admira tankte indes Selbstvertrauen, feierte zwei Siege am Stück. Wichtig. Denn am Freitag wartet in Linz Titelfavorit Blau-Weiß.
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