Ein Heiratsantrag, ein süßer Trikottausch und zahlreiche nette Gesten am Feld: Beim vierten Sieg im vierten Saisonspiel von Zweitliga-Tabellenführer Blau-Weiß beim 5:1 über Voitsberg war auch viel fürs Herz dabei.
Eigentlich hatte Blau-Weiß-Fan Elena gedacht, gemeinsam mit ihrem Geri den Ehrenanstoß vornehmen zu dürfen. Doch dann ging ihr Liebster am Mittelkreis auf die Knie – und so begann um 10:15 Uhr mit dem „Ja“ auf die Frage aller Fragen jene Sonntags-Matinee gegen Voitsberg, bei der vor über 5000 Zuschauern weiterhin viel Herz im Spiel sein sollte.
Gegner mit Sprechchören begrüßt
Zuerst wurde mit Fabian Schubert der Stürmer des Gegners mit Sprechchören begrüßt, der BW Linz einst zum Zweitliga-Titel schoss. Und der dann gleich nach zehn Sekunden ins Tor traf! Schubert fing nach Anstoß-Rückpass den missglückten Abschlag-Versuch von Linz-Goalie Oelz ab – doch die Referees sahen ein Handspiel! „Ich hab’ den Ball nur an den Rippen gespürt“, war Schubert verärgert – auch, weil ihm später bei einer umstrittenen Szene ein Straßstoß verwehrt blieb: „Es war ein Foul! Blau-Weiß wäre der letzte Verein, gegen den ich einen Elfer schinden würde.“
Rot-Sünder wurde getröstet
Grimbs traf in der 11. Minute aber zum 1:0 für die wackelnden Linzer. „Es war ein schweres Spiel, wir waren nicht gut und waren auch ein Stück zu faul, haben dann in der Pause ein paar Dinge verändert“, so Trainer Köllner, dessen erstarktes Team binnen sieben Minuten auf 4:0 stellte Vucic traf per Elfer (54.), dann Tsarenko (56.) – ehe Strauss nach seinem Treffer ein Herz Richtung seinen Liebsten auf der Tribüne formte (61.). Vor der Köllner dann Tsarenko in den Arm nahm: Der Ukrainer war am Boden zerstört, weil er bei 4:0 wegen Torraubs „Rot“ sah (72.).
Tausch Trikot gegen Haribo
In Unterzahl kassierte der Zweitliga-Leader nach 344 Saison-Minuten das erste Gegentor, am Ende besorgte Weinhauer den 5:1-Endstand, durfte danach der junge Fan Max doppelt jubeln.
„Tausche Trikot gegen Haribo“ hatte er via Transparent Stürmer Vucic angeboten, der einwilligte, ehe er den vierten Sieg im vierten Spiel richtig einordnete: „Der Unterschied zwischen erster und zweiter Hälfte war enorm. Der Sieg war wichtig, aber es gibt viele Sachen, an denen wir arbeiten müssen.“ Schubert meinte indes nach Voitsbergs erster Pleite: „Wir sind unter die Räder gekommen, aber wir haben eben ein junges Team, viele haben noch nie vor so einer Kulisse gespielt.“
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