Alpen im Klimawandel

„Tiere, Pflanzen und Tourismus flüchten nach oben“

Wiener Wissen
23.08.2026 15:00

In der aktuellen Ausgabe von „Wiener Wissen“ analysieren Wirtschaftssoziologin Valentina Ausserladscheider und Biodiversitätsforscher Stefan Dullinger, beide Wissenschaftler der Universität Wien, die Auswirkungen des Klimawandels auf die Alpen. Dullinger: „Die Alpen oberhalb der Waldgrenze sind der größte zusammenhängende Naturraum Mitteleuropas, den wir noch haben. Damit müssen wir behutsam umgehen. Skipisten haben durch die Bodenverdichtung aber größtenteils negative Auswirkungen auf Tiere und Pflanzen.“

 

Ausserladscheider, die für ihre Forschungsexpertise viel mit Bürgermeistern und Hoteliers spricht: „Overtourism mit Menschenmassen wie in den Dolomiten müssen wir verhindern. Dort gibt es schon ein Hot-Spot-Problem. Auch wenn es viele nicht mehr hören können: Wir müssen vielmehr den sanften Tourismus forcieren.“ Dullinger: „Wegen der Hitze flüchten in den Alpen Tiere und Pflanzen, aber auch der Tourismus in obere Regionen. Pro Grad Klimaerwärmung etwa um 200 Höhenmeter. In der Höhe kommt es daher schon zu Verteilungskämpfen um die knappen Plätze.“ Wieso sich durch den Klimawandel gerade Österreich in den letzten Jahren so stark erhitzen würde? Dullinger: „Österreich liegt von großen Wasserflächen wie Meere oder Ozeane, die ja als Temperaturpuffer fungieren, weit entfernt. Wir haben hier Kontinentalklima. Je weiter östlich, umso mehr. Auch deshalb ist es bei uns so trocken.“

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