„Krone“-Kommentar

EU-Verpackungs-Verordnung als Wirtschaftskiller?

Kolumnen
22.08.2026 06:00

Die EU hat sich Großes vorgenommen: Mit der neuen Verpackungsverordnung will sie weniger Müll, weniger Chemie und mehr Nachhaltigkeit. Wer könnte dagegen sein? Klingt gut, ist gut gemeint. Doch die Praxis ist ein bürokratischer Alptraum – und erstes Opfer ist unser heimischer Mittelstand.

Nehmen wir Martina Wächter aus Niederösterreich. Sie verschickt mit ihrer Firma „Stofftiger“ bis zu 15.000 Pakete jährlich – z. B. liebevolle Teddybären für ganz Europa. Doch jetzt stellt sie den Versand in Länder wie Luxemburg, Italien und Belgien ein. Warum? Weil die EU verlangt, dass sie sich für jedes Land einzeln lizenzieren und einen Bevollmächtigten beauftragen muss. Pro Land kostet das Geld und unzählige Stunden Bürokratie. Die Frau sagt es klar: „Wir haben zeitlich und finanziell nicht die Ressourcen dafür.“ Also zieht sie sich aus diesen Märkten zurück – ein kleiner Betrieb, der von der großen Politik überrollt wird.

Und es trifft nicht nur die Kleinen. Der steirische Online-Händler Niceshops muss zwei Mitarbeiter nur damit beschäftigen, das neue System zu verstehen und umzusetzen. Geschäftsführer Christoph Schreiner warnt: „Wir graben uns unser eigenes Grab.“ Das ist kein Jammern – das ist der Befund eines Praktikers.

Ja, wir alle wollen weniger Plastik und mehr Umweltschutz. Aber doch nicht um den Preis, dass wir unsere Wirtschaft mit Paragrafen erdrosseln! Die EU-Kommission sollte endlich aufwachen. Macht die Regeln bitte praxistauglich – sonst retten wir vielleicht den Planeten, aber lassen unsere Unternehmen dabei sterben. Und das kann wirklich keiner wollen.

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