„Krone“-Kommentar

Trump und der Kommunismus

Kolumnen
22.08.2026 05:00

Wenn Donald Trump zum politischen Rundumschlag ausholt, greift er verlässlich nach einem rhetorischen Holzhammer aus dem Kalten Krieg. Seine Gegner im eigenen Land – ob moderate Liberale, progressive Demokraten oder kritische Journalisten – wahlweise als „Kommunisten“, „Marxisten“ oder „Ungeziefer“ zu beschimpfen, gehört zu den festen Chiffren seiner Reden. Das klingt gefährlich, das macht Angst. Und genau darum geht es ihm. Es ist das einfache Bild vom bösen Feind, der angeblich das eigene Land zerstören will. Doch Trumps strenge Haltung endet sofort, wenn es um das eigene Ego geht.

Steht ihm nämlich der wohl schlimmste Diktator der Gegenwart gegenüber – Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un -, verwandelt sich der Zorn plötzlich in reine Schwärmerei. Man verstehe sich fantastisch, erzählt Trump dann. Kim sei schließlich ein „großartiger Freund“, man habe eine tolle Beziehung. Den überzeugten kommunistischen Despoten verharmlost er kurzerhand zum Kumpel, während er demokratische Politiker im eigenen Land zu Staatsfeinden erklärt.

Dieser Widerspruch zeigt, wie Trump funktioniert: Feste politische Werte gibt es bei ihm schlicht nicht. „Kommunist“ ist für ihn keine Überzeugung, sondern bloß ein Schimpfwort für jeden, der nicht für ihn ist. Und Diktatoren wie Kim findet er nicht wegen ihrer Ideen gut, sondern wegen ihrer absoluten Macht. Trump fasziniert Macht und totale Kontrolle. Das sollte Angst machen.

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