Di, 21. Mai 2019
02.09.2014 15:55

Wettlauf gegen Zeit

Kärntner Professor warnt vor "ständigem Druck"

Im Vergleich zu früher schlafen wir im Schnitt 2,5 Stunden weniger, dafür hat unsere Gehgeschwindigkeit um zehn Prozent zugenommen – kein Wunder, denn Zeitdruck ist für viele von uns ein Dauerzustand. Ein Kärntner Uni-Professor warnt vor den Folgen.

Den "Verein zur Verzögerung der Zeit" hatte Professor Peter Heintel schon vor 24 Jahren gegründet. Doch damals schenkte man seiner Warnung vor der Schnelllebigkeit kaum Aufmerksamkeit. Freute sich doch die (Wissenschafts-)Welt über Technologien, die uns ermöglichen, möglichst viele Dinge gleichzeitig oder rasch hintereinander zu erledigen.

Mittlerweile ist es normal, Freundschaften online zu schließen, Kindererziehung und Homeoffice gleichzeitig zu erledigen oder die Liebe via "Speeddating" zu suchen - von der bereits völlig in unseren Alltag integrierten Fast-Food-Ernährung ganz zu schweigen.

Menschen verlernen das Innehalten
Damit nicht genug! Derzeit versuchen US-Beerdigungsinstitute, Begräbnisse "effektiver" zu gestalten: Stichwort Friedhofs-Shuttle oder Trauerfeier per Skype. Doch der ständige Wettlauf gegen die Zeit hat vor allem eins hervorgebracht: Menschen, die unter Zeitdruck stehen, die Tätigkeiten nach ihrem Nutzwert unterteilen und die das Innehalten verlernt haben.

Und genau das hat Philosoph Heintel bereits vor Jahrzehnten prognostiziert. Dem renommierten "Spiegel" waren die Thesen des Kärntners bzw. die Ideen seines Vereins jetzt sogar eine Titelstory wert. Der Professor zur "Krone": "Diese Art der Zeitgestaltung führt zu Fehlern. Wichtige Entscheidungen brauchen ihre Zeit. Andernfalls gefährden wir sogar die Demokratie."

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