Sie will aber nicht

SPD drängt Krankenstand-Kandidatin zum Rücktritt

Deutschland
11.04.2026 11:06
Porträt von krone.at
Von krone.at

Die Krankenstand-Kandidatin der SPD für das Amt der Bezirksbürgermeisterin in Berlin-Mitte hat international für Schlagzeilen gesorgt. Die Sozialdemokraten sind nun um Schadenbegrenzung bemüht – ein Rückzug kommt für die umstrittene Bewerberin aber nicht infrage.

In Berlin steht die SPD wenige Monate vor der Wahl zum Abgeordnetenhaus vor einem Scherbenhaufen. Der Kreisverband Mitte hat seine eigene Spitzenkandidatin für das Bezirksbürgermeisteramt, Uta Francisco dos Santos, jetzt zum Rücktritt aufgefordert.

Grund für diesen Schritt ist ihre berufliche Situation: Seit dem Sommer 2024 war sie bei ihrem Arbeitgeber, der Senatsfinanzverwaltung, offenbar die meiste Zeit krankgeschrieben. Gleichzeitig trat sie öffentlich im Vorwahlkampf auf, was nun zu erheblichen parteiinternen Spannungen führt.

Die Vorsitzenden des SPD-Kreisverbands Mitte, Annika Klose und Yannik Haan, erklärten, ein Festhalten an der Kandidatur sei nicht mehr zu verantworten. Durch Medienberichte hätten sich für die Partei „schwerwiegende Fragen“ ergeben.

Man wirft Francisco dos Santos vor, nicht transparent mit ihrer langen Krankmeldung umgegangen zu sein, während sie ihre Kandidatur für das wichtige Amt aktiv vorantrieb. Diese Situation stellt eine erhebliche Belastung für den Wahlkampf dar.

Kandidatin will weiter machen
Uta Francisco dos Santos, die sich auch bald in Elternzeit begeben möchte, plant laut dem Berliner „Tagesspiegel“, an ihrer Kandidatur festzuhalten. Am vergangenen Donnerstag ließ sie über einen Anwalt ausrichten, dass sie zwar seit längerer Zeit krankgeschrieben sei, ihr ehrenamtliches politisches Engagement den Genesungsprozess aber nicht behindere. Dies sei durch ein ärztliches Attest bestätigt.

Sie war am 20. November 2025 auf den ersten Platz der SPD-Liste für die Bezirksverordnetenversammlung in Mitte gewählt und damit zur Kandidatin für das Bürgermeisteramt bestimmt worden.

Zusätzlicher Druck kommt von Steffen Krach, dem Spitzenkandidaten der Berliner SPD für die Wahl zum Abgeordnetenhaus. Er stellte sich klar hinter die Forderung des Kreisvorstandes. „Ich bin mit dem geschäftsführenden Kreisvorstand einer Meinung, dass Uta Francisco dos Santos nicht mehr für das Amt der Bezirksbürgermeisterin kandidieren kann“, so der ehemalige Staatssekretär. Eine neue Kandidatur müsse „zügig“ geklärt werden.

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