Es ist ein bislang tragischer Winter in Salzburg: Bereits acht Tote musste die Bergrettung aus Lawinen bergen – dazu kommen sieben Verletzte. Das Altschneeproblem führte heuer zu besonders vielen Opfern in Salzburg. Und: Trotz nahendem Saisonende ist die Gefahr noch nicht gebannt.
Ein Blick auf die vergangene Wintersaison in Europa zeigt: 135 Tote bei Lawinenabgängen, doppelt so viele wie in der Vorsaison. In Salzburg schaut die Situation im Vergleich mit dem Winter 2024/25 drastischer aus: Gab es 2024/25 nur einen Lawinentoten im Bundesland, so waren es in der heurigen Saison acht Verstorbene – und sieben Verletzte.
Kameradenrettung ist entscheidend. 90 Prozent der Verschütteten überleben, wenn sie in zwölf Minuten befreit werden.

Vera Reiter, Bergrettung
Bild: Salzburger Bergrettung
Erst am Karfreitag wurde ein Slowake (40) in Obertauern verschüttet und erlag den massiven Schneemassen. Lawinenereignisse gab es heuer 46 – im Winter davor nur zwölf.
Vera Reiter, selbst Bergretterin und Sprecherin der Salzburger Einsatzorganisation schildert: „Wir haben heuer das Altschneeproblem, das ist extrem gefährlich und trügerisch.“
Es handelt sich dabei um eine instabile Schwachschicht innerhalb einer bereits länger liegenden Schneedecke. Sie tritt meist in schattigen Hängen auf, kann über Wochen verborgen bleiben und bricht, wenn neuer Schnee auf sie fällt und dann (meist) Skifahrer auf sie treten.
Überlebenschancen sinken mit jeder Minute
Geht so eine Lawine ab, haben Verschüttete wenig Überlebenschancen. Reiter erklärt: „Das Wichtigste ist die Kameradenrettung. 90 Prozent der Verschütteten überleben, wenn sie innerhalb von zwölf Minuten befreit werden. Zwischen 30 und 60 Minuten liegt die Chance nur mehr bei 30 Prozent.“ Sei ein Opfer zur Gänze verschüttet, könne es sich kaum selbst befreien.
Salzburgs Bergretter appellieren: Lawinenkurse besuchen! Reiter bekräftigt: „Die Kurse machen die alpinen Vereine, sie finden im Gelände statt und je öfter man Praxis im Gelände sammelt, desto besser.“
Das Altschneeproblem wird auch in den kommenden Wochen bestehen bleiben. Reiter: „Es bleibt riskant. Wir hoffen, dass es nicht mehr so tragisch wird, wie bisher in dieser Saison.“
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