Sexuelle Belästigung

Ein Verein geht gegen Grapscher bei Events vor

Salzburg
11.04.2026 07:30

Sexuelle Belästigung in Lokalen und bei Events sind mehr denn je Thema. Mit speziellen Awareness-Teams soll dagegen gehalten werden. Die Salzburg Club Commission betreut ehrenamtlich die Lokal- und Eventszene auch dahingehend, wie das Fortgehen sicherer sein kann...

„Mir wurde an den Po gegrapscht. Als ich mich aufgeregt habe, bin ich auch noch abwertend beleidigt worden“, schildert Annabell Bayer Oves ihr erstes Mal Fortgehen in Salzburg. Ein Schlüsselerlebnis: Denn mittlerweile hat sie mit drei Gefährten den Verein Salzburg Club Commission gegründet, der gezielt das Club- und Fortgeh-Erlebnis in Salzburg verbessern will.

Der Verein lobt die Awareness-Teams beim Electric Love Festival.
Der Verein lobt die Awareness-Teams beim Electric Love Festival.(Bild: Andreas Tröster)

Ein Schwerpunkt dabei: Awareness – also Achtsamkeit in Hinblick auf das Verletzen von Grenzen. Bayer Oves erklärt: „Sexualisierte Gewalt beginnt bei verbalen Attacken, Beleidigungen, hin zu körperlichen Übergriffen und endet bei Vergewaltigung.“

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Vom Festival bis zur Party ist Awareness wichtig. Leider sind die Menschen angewiesen, dass es die Veranstalter freiwillig machen. 

Annabell Bayer Oves, Aktivistin

Ein Ziel des Vereins ist es, dass Lokalbetreiber und Veranstalter erkennen, wie man mit Übergriffen umgeht, präventiv wirkt und im Akutfall einschreitet.

300 Mitglieder – von DJs über Gönner bis zu Veranstaltern und Festival – zählt der Verein. Seit 2021 steige die Sensibilität merkbar. Bayer Oves: „Leider sind die Menschen angewiesen, dass es die Veranstalter freiwillig machen.“

Der Rupertikirtag in Salzburg lockt tausende Besucher an. Ohne das traditionelle Fest ...
Der Rupertikirtag in Salzburg lockt tausende Besucher an. Ohne das traditionelle Fest schlechtreden zu wollen, will die Salzburg Club Commission hier Awareness-Teams.(Bild: Andreas Tröster)

Gut sichtbare, menschliche Anlaufstelle
Im Endeffekt sind Awareness-Teams sichtbare Leute, gekennzeichnet mit Warnwesten oder Leuchtketten, die erstens als Anlaufstelle für Opfer dienen und zweitens als Abschreckung für Täter fungieren. Bayer Oves ist überzeugt: „Viele Frauen empfinden bei solchen Erlebnissen ein Ohnmachtsgefühl. Die Teams geben ihnen ihre Handlungsfähigkeit zurück. Und Täter sind durch die Sichtbarkeit der Teams abgeschreckt.“

Wo viel getrunken wird, sollte man achtsamer sein
Salzburg sei zwar durchaus sicher zum Fortgehen, jedoch passiere immer wieder etwas, warnt die Salzburgerin. Es gebe positive Beispiele, wie die ARGE-Kultur, die Awareness-Konzepte umsetzt. Auch das Electric Love Festival lobt sie.

Nachholbedarf bestehe etwa beim Rupertikirtag, wobei Bayer Oves betont: „Wir wollen keine Veranstaltung schlechtreden. Uns geht es darum, dass sich Veranstalter bewusst fragen: ‘Was kann passieren, wo kann etwas passieren und wie kann ich meinen Gästen ein sicheres Gefühl geben?‘“ Das betreffe alle Feste und Veranstaltungen, wo der Konsum wichtiger ist als der kulturelle Fokus.

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