Während Italiens Verbandspräsident Gabriele Gravina nach der verpassten WM-Quali mit dem Rücken zur Wand stand, in der Spitzenpolitik der Rücktritt des 72-Jährigen gefordert wurde und er am Donnerstag tatsächlich seine Koffer packen musste, stellte sich UEFA-Präsident Alexsander Ceferin hinter den Funktionär. „Würden alle an einem Strang ziehen, wäre Italien bald wieder Europa- und Weltmeister“, wünscht sich der Slowene mehr Zusammenhalt in unserem Nachbarland.
Neben der zweitstärksten Regierungspartei Lega hatte auch Sportminister Andrea Abodi das Aus für Gravina gefordert. „Es ist offenkundig, dass der italienische Fußball neu aufgebaut werden muss. Dieser Prozess muss mit einer Erneuerung der Verbandsspitze beginnen. Ich halte es für unfair, die eigene Verantwortung für das dritte WM-Aus Italiens in Folge abzustreiten“, kritisierte der Politiker scharf. Immerhin seien sowohl Luigi Abete als auch Carlo Tavecchio nach den missglückten WM-Qualifikationen 2018 und 2022 zurückgetreten.
Auch Gattuso vor dem Aus
Nur wenige Stunden später verkündete der italienische Verband tatsächlich das Aus von Gravina. Und: Trainer Gennaro Gattuso werde der Nächste sein, so Fußball-Insider Fabrizio Romano.
Für Ceferin nicht unbedingt der richtige Weg, ihm zufolge müsse sich die Politik an der eigenen Nase nehmen. „Vielleicht sollten sich italienische Politiker fragen, warum Italien eine der schlechtesten Fußball-Infrastrukturen Europas hat. Das größte Problem im italienischen Fußball ist das Verhältnis zwischen Fußballpolitik und ‘normaler‘ Politik. Würden alle an einem Strang ziehen, wäre Italien bald wieder Europa- und Weltmeister“, fand der UEFA-Boss deutliche Worte.
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