In 35 Tagen durch sieben Länder und an sieben Gipfeln vorbei will der Niederösterreicher Christian Högl (47) im Juni dieses Jahres von Wien nach Nizza laufen – und das für den guten Zweck.
Was für ein Kraftakt, was für eine unglaubliche Mission. Und was für ein Herz! Der Wachauer Christian Högl steht vor einer extremen Herausforderung: ein Lauf quer durch Europa, vom Schloss Schönbrunn in Wien bis nach Nizza (Frankreich). 1900 Kilometer, 110.000 Höhenmeter, sieben Gipfel – und das alles in nur 35 Tagen.
Doch für den Unternehmensberater geht es um weit mehr als sportliche Höchstleistung. Es geht um Hoffnung. Um Aufmerksamkeit. Und um Kinder, deren Leben von Schmerzen geprägt ist.
Mein Projekt handelt von Verantwortung – für uns selbst, für die Alpen und ihre empfindlichen Ökosysteme und für Menschen, die Unterstützung dringend brauchen.

Christian Högl
Bild: zVg
Noch ist es ruhig vor dem großen Start im Juni, doch innerlich ist der Niederösterreicher längst mittendrin. „Respekt habe ich auf jeden Fall“, sagt er. „Aber parallel dazu gibt es auch eine große Vorfreude.“ Der 47-Jährige steckt schon komplett in der Vorbereitung – sechsmal pro Woche trainiert er, oft sogar zweimal täglich. Laufen, Rad fahren, Rumpfstabilität und mentale Vorbereitung. Denn was ihn erwartet, ist extrem.
Ein großes Projekt für kleine Kämpfer
Der Antrieb für diesen Kraftakt ist zutiefst bewegend. Rund 500 Menschen in Österreich leiden an der seltenen Krankheit Epidermolysis bullosa (EB) – sie sind Schmetterlingskinder. Ihre Haut ist extrem verletzlich, jede kleinste Berührung kann Wunden verursachen. Heilung gibt es keine. „Diese Kinder können sich ihr Schicksal nicht aussuchen“, so Högl. Und genau das treibt ihn an: Spenden sammeln, Aufmerksamkeit schaffen. „Für eine Krankheit, die oft übersehen wird.“
Die Idee zu diesem Mammutvorhaben entstand vor rund einem Jahr. „Ich wollte etwas finden, das meine Liebe zu den Bergen, dem Ausdauersport und meinen Wunsch, Menschen zu inspirieren, verbindet“, erzählt er.
Start ist am 10. Juni frühmorgens vor dem Schloss Schönbrunn. Das Ziel liegt an der Pormenade in Nizza (Frankreich). Der Wachauer läuft ganz allein, ohne Begleitteam, nur mit einem Rucksack auf dem Rücken. Alle fünf Tage erreicht er Depots mit frischer Ausrüstung – dazwischen zählt jedes Gramm.
Was ihn besonders macht, ist nicht seine Geschwindigkeit, sondern seine mentale Stärke: „Ich bin kein schneller Läufer“, gesteht er im Gespräch mit der „Krone“, „aber ich kann extrem gut mit Schmerz, Müdigkeit und Anstrengung umgehen.“ Und genau das wird er brauchen. Denn der Lauf bedeutet Dauerstress. Körperlich und psychisch.
„Natürlich haben sie Angst, dass mir etwas passiert“
Im Umfeld sorgt sein Vorhaben übrigens für Staunen. Von Hochachtung bis Ungläubigkeit sei alles dabei, erzählt der 47-Jährige. Seine Familie aber steht hinter ihm, auch wenn die Sorge groß ist. „Natürlich haben sie Angst, dass mir etwas passiert“, sagt er. Und doch unterstützen sie ihn, weil sie wissen, wie viel ihm diese Mission bedeutet.
Epidermolysis bullosa (EB) lautet die niederschmetternde Diagnose für Eltern von Schmetterlingskindern, deren Haut so verletzlich wie die Flügel eines Falters ist. Der Alltag stellt für Patienten und Angehörige eine enorme Herausforderung dar. In Österreich leiden laut Debra Austria etwa 500 Menschen unter dieser genetisch bedingten Krankheit, europaweit sind 30.000 Personen von EB betroffen.
Haare bürsten, sich die Hände abtrocknen – viele Tätigkeiten, die bei Gesunden automatisch ablaufen, sind für jene Patienten, die an dieser seltenen Krankheit leiden, mit enormen Schmerzen verbunden. Trotzdem stemmen sie den Alltag.
Kinder und Erwachsene, die trotz vielfältiger Einschränkungen dem Leben mit Optimismus begegnen, allerdings dringend unsere Solidarität und Hilfe brauchen.
Die kleine Emilia etwa beginnt zu spüren, dass ihre Finger und Zehen nach und nach zusammenwachsen. Sie kann nur noch eingeschränkt greifen, kaum noch laufen. Mund und Speiseröhre sind in Mitleidenschaft gezogen, Essen und Schlucken tun richtig weh!
Wer den Niederösterreicher unterstützen möchte, sollte ein Auge auf das Spendenkonto des DEBRA Verein für Schmetterlingskinder werfen.
Kontoname: DEBRA Austria Schmetterlingskinder
IBAN: AT075400000000731141
BICC/SWIFT: OBLAAT2L
Auch bei Simon beginnen die Finger, mehr zusammenzuwachsen, und Dinge, die ihm vor Kurzem noch leichtfielen, sind heute nicht mehr möglich. Er tut sich schwer, seine Schultasche allein zu öffnen, beim Schreiben rutscht ihm seine Füllfeder aus der Hand, und Essen mit Besteck ist kaum noch möglich. Simon ist nur noch traurig, seine Eltern sind verzweifelt. Alle hoffen auf einen Durchbruch in der Forschung.
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