Schockierendes Video

Nach langem Dienst ausgezuckt: Polizist verurteilt

Kärnten
13.03.2026 12:23

Ein erschreckendes Beispiel von Polizeigewalt hat sich in Kärnten ereignet. Ein junger Beamter griff bei einer an sich ruhigen Amtshandlung grundlos einen viel kleineren Mann an, verletzte ihn und fixierte ihn am Boden.  „Es tut mir leid“, gibt der Revierinspektor alles zu. „Ich war nach 90 Stunden Dienst überfordert.“

Erst drei Jahre war der 34-Jährige auf einer Kärntner Polizeiinspektion im Einsatz, als der Vorfall vergangenen August passierte. „Wir wurden zur Klärung einer möglichen gefährlichen Drohung gerufen“, schildert der junge Mann beim Prozess am Klagenfurter Landesgericht. Er unterhielt sich ruhig mit den Beteiligten, seine unerfahrene Aspirantin stand daneben.

Zeuge von Beamtin verscheucht
Dann plötzlich passierte es. Ohne klaren Anlass geriet der Beamte immer mehr in Rage, baute sich vor einem viel kleineren Mann auf. Videos aus den Überwachungskameras in der Wohngegend zeigen genau, was sich abspielt: Der hochgewachsene und bestens ausgebildete Polizist stürzt sich auf sein Opfer, setzt es mit Nahkampfgriffen außer Gefecht, bringt es zu Boden, fixiert es. Die zweite Beamtin steht offenbar ratlos daneben, tut nichts, außer einen Zeugen, der eingreifen will, zu verscheuchen. Auch diese Handlung macht sprachlos.

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Ich hatte in den Tagen zuvor 90 Stunden Dienst, auch dieser Tag war schon sehr lange.

Der Polizist vor Gericht

Prozess um Polizeigewalt am Landesgericht Klagenfurt
Prozess um Polizeigewalt am Landesgericht Klagenfurt(Bild: Kerstin Wassermann)

„Es tut mir so leid“, sagt der Polizist heute, ein knappes halbes Jahr nach dem misslungenen Einsatz, den er in seinem ersten Bericht noch ganz anders und zulasten des Opfers darzustellen versucht hatte, was noch erschwerend dazukommt. „Ich hatte in den Tagen zuvor 90 Stunden Dienst, auch dieser Tag war schon sehr lange.“ Dazu hatte er ein kleines Kind zu Hause, ein Baby war gerade noch unterwegs. „Der Druck war zu groß.“

Und entlud sich explosionsartig gegenüber dem 40-Jährigen, der bei dem unerwarteten Angriff etliche Verletzungen davontrug. Gar so nachtragend wirkt der Mann aber nicht: „Er hat mir 1500 Euro gezahlt und sich entschuldigt. Für mich ist das erledigt.“

Mildes Urteil für Polizeigewalt
Für den Polizisten ist die Sache aber noch lange nicht ausgestanden. Er ist natürlich suspendiert, hofft aber, in seinen Traumberuf zurückkehren zu können. Das hängt vom Urteil ab, das wegen Amtsmissbrauchs, Körperverletzung und Verleumdung recht moderat ausfällt: zehn Monate bedingt plus 300 Tagessätze zu 15 Euro als Geldstrafe. Richter Gernot Kugi: „Damit verbauen wir Ihnen nicht die Zukunft als Polizist.“ Darüber muss nun die Disziplinarkommission der Kärntner Polizei entscheiden.

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