„Krone“-Gemeindeserie

Warum St. Gilgen auf Hilfe eines Detektivs setzt

Salzburg
12.03.2026 07:00

Die Wolfgangsee-Gemeinde St. Gilgen hat viele größere Projekte abgeschlossen. Jetzt widmen sich Bürgermeister Otto Kloiber und das Amt mühseliger Arbeit: der Suche nach und der Bestrafung von illegalen Zweitwohnsitzen.

Das neue Feuerwehrhaus ist fertig, die Kinderbetreuung wurde vergangenes Jahr ausgebaut, die Mittelschule ist schon länger neu errichtet – in St. Gilgen stehen derzeit keine größeren Bauprojekte an. „Die Gemeinde steht gut da, jetzt bremsen wir die Investitionen ein bisschen ein“, sagt Bürgermeister Otto Kloiber (ÖVP). Darüber ist er angesichts des allgemeinen Spardrucks nicht unglücklich.

Fad wird ihm nach 17 Jahren im Amt natürlich dennoch nicht. Gerade der Tourismus beschäftigt den Ortschef in der Wolfgangseegemeinde. Die Gästestruktur mit vielen Sommerfrischlern ist historisch gewachsen. Daher rührt auch das immer noch aktuelle Verhältnis von 1500 Hauptwohnsitzen, denen 1450 Zweitwohnsitze und Leerstände gegenüberstehen.

Ortschef Otto Kloiber kämpft gegen illegale Zweitwohnsitze an.
Ortschef Otto Kloiber kämpft gegen illegale Zweitwohnsitze an.(Bild: Andreas Tröster)

Bürgermeister geht von rund 200 Fällen aus
Kloiber betont, dass die Feriengäste mit Zweitwohnsitz willkommen sind. „Wenn es in der Familie weitergegeben wird, ist das kein Problem“, betont der Bürgermeister. „Das Problem sind die illegalen Zweitwohnsitze.“ Deren Zahl schätzt Kloiber auf bis zu 200.

Als eine der wenigen Gemeinden im Land tut sich St. Gilgen die langwierige Ermittlungsarbeit bei diesen Fällen an. Seit 2020 arbeitet das Amt mit einem Rechtsanwalt und einem Detektiv zusammen, monatlich gibt es zwei Sitzungen. „Wir haben 15 bis 20 Fälle, die aktuell überprüft werden. Mehr als 10 Fälle haben wir bei der Bezirkshauptmannschaft schon abgeschlossen“, berichtet Kloiber. Die Verfahren seien langwierig. 

„Da gibt es die abenteuerlichsten Geschichten“, erzählt er. Stolz präsentiert der Ortschef den Anerkennungsbescheid des Landes. Die Gemeinde ist seit Februar ein „Überwachungsorgan für das Salzburger Grundverkehrsgesetz“. Jeder sei bei ihm im Ort als neuer Bewohner willkommen. Wenn, dann aber bitte mit Hauptwohnsitz.

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