Seit fünf Jahren brüten Wanderfalken im Turm der Grazer Herz-Jesu-Kirche – und wurden dank Live-Cam zu Publikumslieblingen. In der letzten Brutsaison kam es allerdings zu einem Revierkampf, tausende Menschen fieberten mit. Das Pärchen „Inge“ und „Ivica“ wurde abgelöst. Nun hat die neue „Revierchefin“ die ersten Eier gelegt.
Vor knapp 15 Jahren richtete der Grazer Ornithologe Leander Khil am Turm der Herz-Jesu-Kirche eine Nistnische für Wanderfalken ein. 2020 entdeckte ein Pärchen der gefährdeten Art den Platz für sich und ein Jahr später kam es zur ersten Brut – eine kleine Sensation, denn die meisten Wanderfalken nisten in Felswänden. Das Grazer Wanderfalken-Paar war das Erste, das in der Steiermark auf einem Gebäude Nachwuchs zur Welt brachte und aufzog.
Sogar Japaner beobachten Grazer Falken
Durch eine installierte Kamera im Nest wurden die Brutsaisonen 2024 und 2025 von der Eiablage bis zum Ausflug der Jungvögel im Internet live übertragen. „Inge“ und „Ivica“ avancierten zu Publikumslieblingen und waren nicht nur in Graz Gesprächsthema. Tausende Menschen fieberten mit den Tieren mit, sogar aus Japan und Taiwan wurde auf die Live-Übertragung zugegriffen.
Im Vorjahr kam es dann zu einem „Familiendrama“: Vier Küken von Falkin „Inge“ waren schon geschlüpft, als plötzlich eine Rivalin auftauchte und offenbar einen Revierkampf ausrief. „Ich gehe davon aus, dass ,Inge’ nicht überlebt hat. Das wurde natürlich emotional mitverfolgt, aber so ist die Natur“, sagt Leander Khil. Auch „Ivica“ ist nach dem Ausfliegen des Nachwuchses verschwunden.
Der Nistplatz der Wanderfalken am Turm der Grazer Herz-Jesu-Kirche ist mit einer Kamera ausgestattet und kann im Internet rund um die Uhr live beobachtet werden: falken.netzcam.net
Nähere Informationen zum Artenschutzprojekt gibt es auf der Website des Ornithologen Leander Khil: leanderkhil.com/wanderfalken-steiermark
Am 19. April 2026 gibt es bei der Herz-Jesu-Kirche für Interessierte einen öffentlichen Beobachtungstermin mit Leander Khil (nähere Details folgen) – freilich nur vom Boden aus, mit Ferngläsern.
„Tavda“ hat schon zwei Eier gelegt
Immerhin zeichnet sich jetzt ein Bruterfolg des neuen Revierpärchens ab: Falkin „Tavda“ hat in den letzten Tagen bereits zwei Eier gelegt. An ihrer Seite steht nun Männchen „Eich“ – ein Nachkomme aus einer Brut auf der Herz-Jesu-Kirche des Vorgänger-Paares. „Seit Montag liegt ein zweites Ei im Nest. Es ist unklar, wie viele es werden. Das vorige Paar hatte immer vier“, erklärt der Ornithologe.
Die Jungvögel aus der Brut von „Inge“ und „Ivica“ der letzten Jahre wurden von Khil mit Kennringen versehen. Daran lässt sich nun ablesen, dass das Artenschutzprojekt auf der Herz-Jesu-Kirche Früchte trägt. Demnach wurden seit dem Winter 2024/25 vier neue Wanderfalken-Paare in der Steiermark entdeckt – alle unter Beteiligung eines im Grazer Nest geborenen Tiers. Es kommen auch laufend neue Nisthilfen hinzu, zuletzt etwa am Reininghausgelände in Graz.
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