17-Jähriger verletzt

Motorrad abgeschossen: Versöhnung vor Gericht

Gericht
27.02.2026 13:28

Mit 60 km/h übersah ein BMW-Lenker Anfang Jänner in Wien-Favoriten eine rote Ampel. Sehr zum Verhängnis eines jugendlichen Motorradfahrers, den der 29-Jährige abschoss. Auch, wenn der 17-Jährige schwere Verletzungen davontrug, gibt es scheinbar kein böses Blut zwischen den beiden.

Das sieht man im Landesgericht Wien nicht oft: Ein Opfer und ein Angeklagter, die sich vor dem Verhandlungssaal nett begrüßen und sogar ein paar Worte wechseln. Obwohl der 17-Jährige noch gezeichnet ist, von der gegenständlichen Tat – einem Autounfall bei einer Straßenkreuzung auf der Laxenburgerstraße in Wien-Favoriten. Auch nach fast drei Monaten muss der Jugendliche noch immer eine Knieschiene tragen.

BMW bretterte über rote Ampel
Dabei ist der Lehrling sogar noch glimpflich davongekommen. „Da hätte viel mehr passieren können“, räumt Anwalt Dominik Wild ein. Er verteidigt den 29-Jährigen, der mit seinem 5er-BMW die rote Ampel überfuhr. Und den jungen Motorradfahrer abschoss. Er erzählt gegenüber der „Krone“: „Ich hatte Grün und bin auf der Abbiegespur gefahren. Auf einmal hab' ich ein Auto auf mich zukommen sehen.“ Mit schweren Verletzungen wurde er ins Krankenhaus gebracht.

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Das Ganze ist ein furchtbares Unglück. Dass mein Mandant sich falsch verhalten hat, ist klar.

Verteidiger Dominik Wild

Der Autolenker sitzt jetzt reuig vor dem Richter: „Ein paar Wochen nach dem Unfall war ich sogar bei ihm und habe mich persönlich entschuldigt.“ Dass er die rote Ampel überfahren hatte, sei keine Absicht gewesen. Eine grob fahrlässige Körperverletzung ist das trotzdem. „In meinem Knie ist alles kaputt, was geht“, so der 17-Jährige, der von Anwalt Mirsad Musliu vertreten wird. Eine Bänderoperation hat er schon hinter sich, eine weitere steht noch an.

Verteidiger Dominik Wild und Opfervertreter Mirsad Musliu (re.) genauso versöhnlich wie ihre ...
Verteidiger Dominik Wild und Opfervertreter Mirsad Musliu (re.) genauso versöhnlich wie ihre Mandanten.(Bild: Sophie Pratschner)

17.600 Euro will er vom Angeklagten für die Schmerzen und Behandlungen. Das wird seine Versicherung übernehmen, denn Alkohol oder Drogen waren nicht im Spiel. Der Richter macht kurzen Prozess und bietet dem 29-Jährigen eine Diversion mit einer Geldbuße über 3000 Euro an. Die kann er nun in Raten zahlen, denn das Auto war sein einziger Besitz: „Der BMW gehört mir, aber der ist halt Schrott. Kein Geld leider zum Reparieren.“

Vor dem Verhandlungssaal werden nach dem Prozess Nummern ausgetauscht. „Ruf mich an, wenn du deine zweite Operation hattest“, sagt der Autolenker nach mehrmaliger Entschuldigung. Nach einem Handschlag geht man schließlich wieder getrennte Wege.

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