Die Chorakademie Vorarlberg unter Leitung von Markus Landerer bringt am Wochenende das Oratorium „König David“ von Arthus Honegger zur Aufführung.
Markus Landerer dürfte in seinem Amt als Domkapellmeister von Sankt Stephan in Wien bestimmt ausgelastet sein, hat er doch mit Josef Grünwidl seit Kurzem einen Erzbischof vor sich, der besonders musikaffin ist. Dennoch findet Landerer jedes Jahr Zeit und Energie, um an seine frühere Wirkungsstätte Feldkirch zurückzukehren und mit der Chorakademie Vorarlberg ein abendfüllendes Werk zu erarbeiten und aufzuführen. In diesem Jahr ist es das Oratorium „Le roi David“ – „König David“ von Arthur Honegger.
Landerer bescheinigt dem schweizerischen Komponisten einen „einzigartigen Stil“, der „Gregorianik, Barock und Jazz“ verbindet. Den Text hat der Dichter René Morax nach dem Alten Testament erstellt, und Morax war es auch, der für sein Freilufttheater, das er im Ort Mézières am Genfer See nach griechischem Vorbild erbauen ließ, bei Honegger ein Oratorium bestellte.
Dieser war mit dem Auftrag zuerst wenig glücklich, war doch die Zeit zur Uraufführung mit nur drei Monaten sehr knapp. Zudem hatte das Theater einen Orchestergraben, in dem maximal 17 Musiker Platz finden konnten. Dagegen sollte aber der Chor 100 Sängerinnen und Sänger umfassen, die größtenteils Laien waren. Honegger wandte sich hilfesuchend an Igor Strawinski. Dieser riet ihm, aus der Not eine Tugend zu machen und so zu schreiben, als hätte er diese Gegebenheiten von vorneherein geplant. Die Uraufführung im Juni 1921 wurde ein durchschlagender Erfolg.
Samstag um 19.30 Uhr und am 1. März um 16 Uhr im Dom Sankt Nikolaus zu Feldkirch.
Umgeschriebene Fassung
Dennoch sah Honegger für sein Werk in der vorhandenen Form keine Chancen für weitere Aufführungen. So erstellte er eine für den Konzertsaal geeignete Fassung, die 1923 in Winterthur Premiere hatte und die bis heute die übliche ist. Diese deutsche Fassung mit einem Sprecher (Elias Reichert) kommt auch in Feldkirch zur Aufführung, eingeleitet von einer Psalmvertonung von Franz Schubert. Als Gesangssolisten sind Simona Eisinger, Sopran, Veronika Dünser, Alt, und Gernot Heinrich, Tenor, zu erleben. Es spielt die Sinfonietta Vorarlberg.
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