Gase, Partikel etc.

So beeinflussen Hunde die Luft in Wohnungen

Tierecke News
24.02.2026 16:26
Porträt von krone.at
Von krone.at

Hunde beeinflussen die Luftqualität in Wohnungen. Während der Einfluss von Menschen gründlich erforscht sei, sei es jener von Haustieren bisher aber kaum, teilte die Eidgenössische Hochschule in Lausanne (EPFL) am Montag mit.

Ein Forschungsteam nutzte eine kontrollierte Umweltkammer in Freiburg (Baden-Württemberg). Dort wurden zwei Gruppen von Hunden untersucht: eine mit drei großen Hunden (einem Mastiff, einer Tibetdogge und einem Neufundländer) und eine mit vier kleinen Hunden (Chihuahuas). Das Ergebnis: Den größten Einfluss hatten Hunde bei Partikeln in der Luft. Durch Schütteln, Kratzen oder Streicheln wirbeln sie große Mengen an Staub, Pollen, Pflanzenresten und Mikroben auf. Große Hunde geben dabei zwei- bis viermal mehr Mikroorganismen ab als ein Mensch im selben Raum.

Die Tiere fungieren als mobile „Träger“, die biologisches Material von außen nach innen transportieren und durch ihre Aktivitäten im Raum verteilen. Diese erhöhte Vielfalt an Partikeln im Innenraum sei aber nicht zwingend negativ, sagten die Forschenden. Der Kontakt mit verschiedenen Mikroben könne die Entwicklung des menschlichen Immunsystems fördern, insbesondere bei Kindern.

Im Ruhezustand stößt ein großer Hund laut der EPFL etwa gleich viel CO2 aus wie ein erwachsener Mensch. Auch die Menge des abgegebenen Ammoniaks ist vergleichbar. Dieses Gas entsteht beim Abbau von Proteinen und wird über Haut und Atemluft freigesetzt.

Ein weiterer Aspekt betrifft chemische Reaktionen in Innenräumen. Ozon, das von außen in Wohnungen gelangt, reagiert dort mit Hautfetten und bildet neue Stoffe wie Aldehyde oder Ketone. Beim Menschen spielt dabei unter anderem Squalen eine Rolle, ein Bestandteil des Hauttalgs. Hunde produzieren selbst kein Squalen. Doch beim Streicheln übertragen Menschen Hautrückstände auf das Fell der Tiere. Diese Rückstände reagieren anschließend ebenfalls mit Ozon. Im Schnitt bildeten Hunde dabei allerdings ungefähr 40 Prozent weniger Ozon-Reaktionsprodukte als Menschen.

Die Forschenden sehen in ihren Ergebnissen eine Grundlage für realistischere Modelle zur Innenraumluft. Sie veröffentlichten die Studie in der Fachzeitschrift „Environmental Science & Technology“.

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