Amoklauf in Kanada
Tatverdächtige (18) beschrieb KI Gewaltszenarien
Zwei Wochen nach dem Amoklauf an einer Schule in Kanada werfen Chatbot-Unterhaltungen der Tatverdächtigen Fragen auf. Die 18-Jährige hat der Künstlichen Intelligenz (KI) ChatGPT mehrere Gewaltszenarien beschrieben, die auch Waffen beinhalteten. Die Behörden wurden deshalb aber nicht informiert.
Die Beiträge der mutmaßlichen Schützin wurden laut Berichten bei einer automatisierten Überprüfung erfasst. Daraufhin wurde intern bei OpenAI diskutiert, ob eine reale Bedrohung existiert oder nicht. Letztlich habe man sich dagegen entschieden, die kanadischen Behörden einzuschalten, hieß es. Das US-amerikanische Softwareunternehmen habe die Polizei dann nach der Tat kontaktiert und unterstütze jetzt die Ermittlungen. Man wäge das Risiko von Gewalt gegen den Schutz der Privatsphäre ab, wurde mitgeteilt. Dabei werde auch die mögliche Belastung für Betroffene berücksichtigt, die durch ein unnötiges Einschalten der Polizei entstehen könne.
Das Konto der mittlerweile toten Tatverdächtigen wurde bereits im Juni gesperrt, weil sie den KI-Chatbot zur „Förderung gewalttätiger Aktivitäten“ missbraucht hat. Auch damals seien die Strafverfolgungsbehörden nicht eingeschaltet worden, berichtete der Sender CBC. „Wir wollen ein besseres Verständnis dafür bekommen, was geschieht und wie OpenAI vorgeht“, sagte der kanadische Minister für KI, Evan Solomon, und kündigte ein persönliches Gespräch für Dienstag an. Die Entscheidung sei „sehr beunruhigend“ gewesen.
„Messlatte für Einschalten hoch“
Die Messlatte für das Einschalten von Strafverfolgungsbehörden liege sehr hoch, teilte das Unternehmen mit. Vergangene Woche hatte es den Betroffenen des Schusswaffenangriffs sein Mitgefühl ausgesprochen. Wie berichtet, soll eine 18-Jährige am 10. Februar im westkanadischen Ort Tumler Ridge acht Menschen getötet haben, sechs davon in ihrer ehemaligen Highschool. Auch ihren Stiefbruder und ihre Mutter soll die Kanadierin ermordet haben. Anschließend beging sie Suizid.
Bei der Suche nach einem Motiv untersuchen Ermittlerinnen und Ermittler psychische Probleme. Die Polizei war deshalb in der Vergangenheit mehrfach zum Haus der Familie gerufen worden. Man habe die Transfrau auch in Gewahrsam genommen, hieß es. Vor etwa zwei Jahren wurden Schusswaffen aus dem Haus beschlagnahmt, aber wieder zurückgegeben. Bei der Geburt war die 18-Jährige als männlich registriert worden, die Transition zur Frau begann einige Jahre vor der Tat.









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