Nein, es ist bei Gott kein leichtes Erbe, das Karim Benzema anzutreten hat. Weil der Mann, in dessen Fußstapfen er treten soll, schlichtweg genial war. In jeder Hinsicht. Zinedine Zidane ließ den Fußballsport wie hohe Kunst wirken. Mit Pässen, die perfekt waren wie die Pinselstriche Michelangelos. Mit Dribblings, die faszinierten wie die Klänge von Beethovens berühmtesten Symphonien. Und mit Toren, mit denen er sich ein ewiges Denkmal in der Sportgeschichte setzte. Wie erwähnt: alles andere als ein leichtes Erbe.
Viele Ähnlichkeiten
Zumal Benzema schon seit jeher ein wenig mit dem großen Zizou verglichen wurde. Weil er wie dieser algerischer Abstammung ist. Weil seine Ballbehandlung, manche seiner Bewegungen, seine Ästhetik an den Landsmann erinnert. Und weil er wie er Jahre zuvor 2009 zu Real Madrid wechselte: Im weltberühmten Dress des weißen Balletts will er in Lissabon in die Fußstapfen des Landsmannes treten und wie dieser 2002 mit den Königlichen die Champions League gewinnen. Und nach einer Leisten-Verletzung, die er in der letzten Meisterschaftsrunde gegen Espanyol erlitten hatte, erhielt er gerade noch rechtzeitig grünes Licht für das Endspiel.
Zidane Benzemas "Schlüssel zum Erfolg"
Mit dem selbst im Falle des Triumphes seine sportliche Mission 2014 aber noch nicht beendet wäre. In Brasilien soll er auch Frankreichs Team in höhere Sphären führen. Am besten zum ersten großen Titel seit jenem bei der EURO 2000 und dem 1998 bei der WM im eigenen Land. Bei denen, fast selbstredend, Zidane die tragende Figur im Team der "Bleus" war. Jener Zidane, der als Co-Trainer von Real auch maßgeblichen Anteil daran hat, dass Benzema mit 17 Toren in der Primera Division und 5 auf dem Weg ins Finale bisher die wahrscheinlich beste Saison seiner Karriere spielte. "Er ist der Schlüssel zu meinem Erfolg", nickt auch der 26-Jährige selbst, wenn er darauf angesprochen wird.
Die Worte wirken bescheiden und zurückhaltend. Genauso wie es auch im Falle von Zidane meist war. "Er ist introvertiert und zurückhaltend", bestätigt dieser den Eindruck von seinem Nachfolger, "aber kaum hat der den Rasen unter den Füßen, sind sein Talent und sein Glanz nicht mehr zu übersehen." Was Benzema einmal mehr unter Beweis stellen will. Heute in Lissabon. Und im Juni in Brasilien.
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.