Mit Zivilschutzalarm

Tausende Haushalte eine ganze Nacht ohne Strom

Burgenland
20.02.2026 21:27

Auf manche Stromleitungen im Burgenland stürzten bis zu 15 Bäume, entwurzelt durch starken Wind. Unter der Last brach die Versorgung zusammen. Am Freitag herrschte Ausnahmezustand. Am Abend war es in 4300 Haushalten noch immer finster. In Neuhaus am Klausenbach wurde der Zivilschutzalarm ausgelöst.

„Nicht in Panik geraten, sondern Ruhe bewahren“ – das war der erste, wichtigste Ratschlag, der Tausenden Menschen in den Bezirken Jennersdorf und teils Güssing am Freitag gegen Abend ans Herz gelegt wurde. Das Schneechaos hatte in weiten Teilen des Landes die Elektrizitätsversorgung lahmgelegt. „Wegen des starken Windes stürzten auf manche Stromleitungen bis zu 15 Bäume“, hieß es aus den Stützpunkten der Einsatzkräfte.

Kriseneinsatz lief früh an
Frühzeitig vorgewarnt war die Burgenland-Energie. „Schon am Freitag um drei Uhr in der Nacht lief unser Kriseneinsatz an. Aufgrund der Wetterprognose wussten wir, dass sich die Lage verschärfen wird. Unsere Spezialteams konnten rasch vor Ort sein“, sagte Vorstandsvorsitzender Stephan Sharma.

Schäden am Netz im Nord- und Mittelburgenland konnten bereits in der Früh behoben werden. „Gearbeitet wird auf Hochtouren“, betonte Sharma. Gegen 14 Uhr hatten 10.000 Haushalte keinen Strom, um 19.30 Uhr waren es noch 4300. „Manche Leitungen wurden repariert, schon kappte sie der nächste umgestürzte Baum aufs Neue“, schilderten die Einsatzteams, die keine Verschnaufpause hatten.

Einige Reparaturen konnten wegen der besonderen Gefahrenlage in den Wäldern vorerst nicht erledigt werden. „Wo es möglich war, wurden Haushalte über andere Schaltstellen ans Netz angeschlossen“, berichtete Sharma.

Überall ließ der starke Wind große Bäume umstürzen. Viele Techniker und freiwillige Helfer waren ...
Überall ließ der starke Wind große Bäume umstürzen. Viele Techniker und freiwillige Helfer waren ohne Pause im Einsatz.(Bild: FF Güssing)

Funkverkehr mit Notstrom
Aus dem Büro von Landeshauptmann Hans Peter Doskozil hieß es, die Landessicherheitszentrale (LSZ) stehe in enger Abstimmung mit den Einsatzkräften. Die oberste Priorität habe die Sicherheit der Bevölkerung, das Freimachen blockierter Straßen und die Unterstützung der Gemeinden. Besonders schwierig sei die Kommunikation. „In vielen Orten funktionieren Mobiltelefone nur eingeschränkt oder gar nicht.“ Laut Burgenland-Energie wurde im heiklen Landessüden der Funkverkehr zwischen den Einsatzkräften mithilfe von Notstromaggregaten sichergestellt.

Helfer sind einsatzbereit
Die Folgen der Stromausfälle waren für viele Menschen massiv spürbar. Mobiltelefone fielen reihenweise aus, Heizungen standen still, in den Häusern wurde es bei Minusgraden zunehmend kalt. Besonders für ältere Menschen stellte die Situation eine enorme Belastung dar. In manchen Gemeinden sprach man bereits von einer Lage, die einem Katastrophenalarm nahekomme. Das Zivilschutzkonzept sieht jedenfalls vor, dass die Gemeinde oder die Feuerwehr als erste zentrale Anlaufstelle für die Bevölkerung zur Verfügung stehen. Für Informationen zur Wiederherstellung der Stromversorgung können betroffene Gemeinden die Störungshotline von Netz Burgenland unter 0800/888 9009 anrufen.

Zivilschutzalarm ausgelöst
In Neuhaus am Klausenbach mit den Ortsteilen Bonisdorf, Krottendorf und Kalch musste Zivilschutzalarm ausgelöst werden. Die Gemeinde war Freitag seit vier Uhr in der Früh ohne Strom. Im Feuerwehrhaus wurden Bewohner mit Essen versorgt, das Rote Kreuz stand für Notfälle bereit. Mit einer Beruhigung der Lage wird bis Samstagmittag gerechnet.

Noch immer Verwehungen
Leicht gebessert hatte sich die allgemeine Lage im Burgenland noch am Freitag. Die Schneefälle sind zwar großteils abgeklungen, aufgrund des anhaltend starken Windes kam es aber weiterhin zu Verwehungen. 25 Straßen waren am Abend noch gesperrt. Das Land Burgenland appelliert nochmals an die gesamte Bevölkerung, unnötige Wege zu vermeiden. Durch möglichen Schneebruch bei Bäumen bestehe Gefahr in Verzug, wird erklärt. Laut LSZ hat es am Freitag allein in 12 Stunden im Mittel- und Südburgenland 750 Feuerwehreinsätze gegeben.

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