Golfer attackiert?

Schlägerei im Schloss: Bankerin (36) vor Gericht

Wien
21.02.2026 08:00

Was stimmt denn nun? Im Landesgericht Eisenstadt geht es um eine wilde Schlägerei in einem beliebten Hochzeitsschloss – ein junges Paar gegen drei Schweizer Golfer. Auf der Anklagebank sitzen eine Investment-Bankerin und ein Akademiker. Die Versionen könnten nicht unterschiedlicher sein. Das mutmaßliche Opfer glänzt jedenfalls nicht mit gutem Benehmen.

Das idyllische Schloss Halbturn im Burgenland ist eigentlich eine beliebte Hochzeitslocation. Im Sommer 2024 wurde es aber Schauplatz von einer brutalen Schlägerei – die auch noch im Prozess im Landesgericht Eisenstadt eine Menge Fragen aufwirft. Im Kern heißt es: zwei junge Hochzeitsgäste gegen drei Schweizer Golfer. 

Verheerende nächtliche Zimmersuche
Das Paar – eine portugiesische Investment-Bankerin und ein Wiener Akademiker – besuchte am 9. Juni 2024 eine Hochzeit im Schloss, reservierte dort auch ein Zimmer. Wegen der Hektik vor der Feier konnten sie es jedoch nicht beziehen. Mitten in der Nacht machten sich die Hochzeitgäste auf die Suche nach ihrer Unterkunft. „Und hier passiert der einzige Fehler, den man bei den beiden sehen kann“, so Anwalt Alexander Prenner. Denn sie öffneten die Zimmer, suchten nach einem leeren.

Wer hat als Erstes zugeschlagen?
Und gerieten auch an das eines 40-jährigen Schweizers, der mit seinem Bruder und Cousin von einem Lokalpolitiker zu einem Golfturnier ins Burgenland eingeladen wurde. Und da gehen die Versionen stark auseinander. Das Paar sagt aus, der Mann sei körperlich auf sie losgegangen, seine Mitreisenden seien zur Unterstützung geeilt – es entwickelte sich eine wilde Schlägerei. Die drei Schweizer meinen, der 34-jährige Wiener sei einfach grundlos brutal über sie hergefallen. Genau wie die 36-jährige Frau.

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Physisch ist meine Mandantin alleine nicht in der Lage, drei erwachsene stämmige Männer so zu verletzen, wie es im Strafantrag steht.

Anwalt Alexander Prenner vertritt die Investment-Bankerin

Ihnen glaubte die Staatsanwaltschaft, das Paar sitzt jetzt auf der Anklagebank. Dem Mann wird schwere Körperverletzung, gefährliche Drohung und Sachbeschädigung vorgeworfen. Die Anklagepunkte gegen die 36-Jährige sind umfangreicher: Schwere Körperverletzung, Nötigung, gefährliche Drohung und Verleumdung. Denn sie soll den einschreitenden Beamten Amtsmissbrauch vorgeworfen haben – als sie meinte, sie hätte das Gefühl gehabt, die Polizisten hätten sie nicht beachtet. Die Schweizer habe die Frau verleumdet, indem sie gesagt hätte, auch sie sei verletzt worden.

Opfer per Video: „Das geht mir auf den Keks“
Anwalt Alexander Prenner, er verteidigt die Portugiesin, ist über den Prozess entsetzt: „Ich kann überhaupt nicht nachvollziehen, wie mit der Ausgangslage, sich meine Mandantin hier als Täterin und nicht als Opfer wiederfindet.“ Ihre Verletzungen sind objektiviert. „Physisch ist meine Mandantin alleine nicht in der Lage, drei erwachsene stämmige Männer so zu verletzen, wie es im Strafantrag steht.“ Es werde einfach blind den drei Schweizern geglaubt.

Die werden über Video einvernommen. Besonders der 40-Jährige, in dessen Zimmer der Angeklagte platzte, zeigt sich nicht von seiner besten Seite: „Ich möchte mich einfach auf meine Aussage berufen“, antwortet er der Richterin auf beinahe alle Fragen. Oder es kommt ein patziges: „Ich erinnere mich nicht. Ich hab' viel zu tun. Mein Kopf ist voll.“ Den Verteidigern entgegnet er auf Detailfragen: „Ihre Spitzfindigkeiten gehen mir auf den Keks.“ Jedenfalls sei er im Schlaf angegriffen und dann schlimm verprügelt worden. 

Es braucht jedenfalls noch einen Prozesstag, um die Hintergründe der Schlägerei im Hochzeitsschloss zu klären. Da sagt auch die junge Investment-Bankerin aus und die Beamten, die sie verleumdet haben soll.  

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