Chaos in den Alpen
Zu viel Schnee: Ort evakuiert, Hotels geräumt
Meterhohe Schneeverwehungen, gesperrte Straßen und geräumte Hotels: Im Alpenraum hat anhaltender Starkschneefall erste Evakuierungen ausgelöst. In Teilen Norditaliens und der Schweiz mussten Menschen ihre Unterkünfte verlassen, weil die Lawinengefahr stark gestiegen ist – und weitere Schneefälle sind bereits angekündigt.
Im gesamten Alpenraum gilt derzeit die zweithöchste Lawinenwarnstufe. In der Schweiz und in Teilen Norditaliens fielen zuletzt bis zu 40 Zentimeter Neuschnee, für Dienstag sind weitere Schneefälle prognostiziert. In der Schweizer Gemeinde Orsières mussten laut dem Onlineportal „20 Minuten“ rund 50 Personen ihre Unterkünfte verlassen.
Sie kehrten nach Hause zurück oder kamen in Hotels in weniger gefährdeten Gebieten unter. Allein im Gemeindegebiet von Orsières werden bis zu 70 Zentimeter Neuschnee erwartet, auch in den kommenden Tagen soll es weiter schneien.
Zugangsverbot im Piemont
Besonders angespannt ist die Lage im italienischen Piemont. Dort ordnete die Verwaltung die sofortige Evakuierung des Ortes Rochemolles an, einer Fraktion der Gemeinde Bardonecchia. Bürgermeisterin Chiara Rossetti unterzeichnete am Sonntagabend eine entsprechende Notverordnung. Sie sieht ein sofortiges Zugangsverbot für den Ort sowie die Sperrung aller Straßen für Fußgänger und Autofahrer vor.
Von der Maßnahme betroffen waren rund 40 Menschen – zehn Einheimische und 30 Gäste des Residence „Lo Chalet della Guida“, überwiegend ausländische Touristen. Während die Einwohner bei Bekannten in Bardonecchia unterkamen, organisierte die Gemeinde für die Hotelgäste einen Sammelpunkt im Festpalast. Von dort aus wurden sie auf verfügbare Hotels und Pensionen verteilt. Eine Rückkehr nach Rochemolles soll erst möglich sein, wenn sich die Lawinengefahr deutlich entspannt hat – damit rechnet die Verwaltung jedoch nicht vor Mittwoch.
Lawinengefahr einfach zu groß
Die Entscheidung zur Evakuierung fiel nach einer Warnung der örtlichen Lawinenkommission am Sonntagabend. Grundlage waren Berichte der Wetterdienste ARPA und AINEVA, die das Lawinenrisiko überwachen. Besonders gefährdet gilt die Zone des Gran Vallone. Wetterexperte Andrea Vuolo verwies gegenüber „i Dolomiti“ auf Parallelen zum Jahr 2018, als eine Lawine die Provinzstraße zur Fraktion blockierte.
Orkanböen verschärfen Lage weiter
Zusätzlich wird die Lage durch starken Windverschärft. Laut „Südtirol News“ wurden auf der Wetterstation Gran Vaudala in 3272 Metern Höhe Orkanböen von bis zu 189 Kilometern pro Stunde gemessen. Solche Windgeschwindigkeiten können Schneemassen umlagern und die Lawinengefahr weiter erhöhen.
Experten gehen davon aus, dass die angespannte Situation mindestens 36 Stunden andauern wird. Die anhaltenden Schneefälle und starken Winde sorgen weiterhin für kritische Bedingungen im Alpenraum.









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