Behörden-Odysee

Familie stand plötzlich ohne Kindergartenplatz da

Steiermark
18.02.2026 06:00

Ein steirisches Paar will seine Zwillingskinder erst später einschulen. Doch dabei warten auf einmal Hürden – und die Angst, ob weder ein Platz im Kindergarten noch in der Schule zu haben ist. Die Familie ist kein Einzelfall.

Ein Hickhack mit den Behörden liegt hinter den Schörgendorfers. Die Familie hat Zwillinge, sie werden im August sechs Jahre alt. Somit wären sie ab September schulpflichtig. Doch: Sie sind nicht nur Augustkinder, sondern auch früher auf die Welt gekommen. „Wir wollten sie für ihre Entwicklung daher noch ein Jahr länger im Kindergarten lassen“, erklären die Eltern der „Steirerkrone“.

Leichter gesagt als getan. Die Grazer Familie wollte von der Mutter-Kind-Pass-Regel Gebrauch machen. Eltern können so den errechneten Geburtstermin zur Festlegung der Schulpflicht wählen, nicht den tatsächlichen Geburtstag. „Die Bildungsabteilung der Stadt hat uns im Herbst bestätigt, dass wir das bei der Schuleinschreibung im Jänner angeben müssen. Dann sollte alles klappen“, so die Eltern. 

Kein Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz
Noch im Herbst habe die Familie dann von ihrem Kindergartenträger eine Platzzusage für das Betreuungsjahr 2026/27 bekommen. „Danach meldete sich die Bildungsabteilung wieder und meinte, unser Träger hätte uns die Plätze nicht zusichern dürfen. Ein Mitarbeiter sagte auch, dass die Frühchen-Regel bei uns sowieso nicht gilt.“

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Wer seine Kinder später in die Schule schicken will, hat in der Steiermark ein Problem.

Betroffene Familie

Die Schörgendorfers hatten plötzlich Angst, keinen Platz in einem Kindergarten noch in einer Schule zu finden. „Ein Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz besteht nur im verpflichtenden Kinderbetreuungsjahr. Für alle anderen Kinder besteht lediglich eine Aufnahmeverpflichtung, sofern Kapazitäten vorhanden sind“, heißt es auf Nachfrage bei der Grazer Bildungsabteilung. Das Problem: Die Zwillinge befinden sich schon aktuell in ihrem Pflichtkindergartenjahr. Bildungsstadtrat Kurt Hohensinner (ÖVP) ist der Fall bekannt.

„Wir haben das Land schon mehrmals auf diese Gesetzeslücke aufmerksam gemacht“, so Hohensinner. Jedes Jahr gebe es eine Handvoll ähnlicher Fälle. Er fordert einmal mehr einen „dringend notwendigen Kindergartenausbau in Graz“ und bittet Familie Schörgendorfer bis Anfang April um Geduld. Dann wisse man besser über noch freie Plätze für den Herbst Bescheid.

System läuft nicht rund
„Keiner hat uns gewarnt, dass die Gefahr besteht, dass wir gar keine Kindergartenplätze mehr bekommen könnten“, ärgern sich die Eltern, die sich von den Behörden im Stich gelassen fühlen. Sie haben sich zur Sicherheit nun um eine Volksschule für ihre Zwillinge bemüht, bevor es auch dafür zu spät ist – „alternativ wären wir vielleicht ohne Betreuung dagestanden“.

Dort sollen die Kinder vorerst nach dem Vorschullehrplan unterrichtet werden. Auch wenn das nach einer Lösung klingt, Familie Schörgendorfer hätte es sich für ihre Kinder ganz anders gewünscht. „Für uns ist es zu spät, aber wir möchten aufzeigen, dass etwas im System schiefläuft. Wer seine Kinder später in die Schule schicken will, hat in der Steiermark ein Problem.“

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