Eingehende Analyse

Tod von Bub (5): Warum Erkenntnisse Zeit brauchen

Tirol
17.02.2026 05:00

Für neue Ergebnisse im Fall des mutmaßlich von seiner Mutter getöteten Kindes in Kitzbühel in Tirol heißt es Warten auf zwei Gutachten der Gerichtsmedizin. Sie sollen Aufschluss bringen über die Todesursache des Fünfjährigen. Der Aufwand, der für Untersuchungen dieser Art notwendig ist, erklärt, warum die Auswertung auf sich warten lässt.

Eine Woche nachdem in Kitzbühel eine Mutter (48) und ihr fünfjähriger Sohn tot aufgefunden wurden, ist noch vieles offen. Die Polizei erklärte am Montag, dass es keine neuen Erkenntnisse gebe. Man warte weiter auf die Ergebnisse der toxikologischen und histologischen Untersuchungen.

Während man – wie berichtet – davon ausgeht, dass sich die Mutter das Leben genommen hat, steht die genaue Todesursache des Buben nicht fest. Bei der Obduktion wurden keine sichtbaren Zeichen von Gewalteinwirkung festgestellt. Erst chemische (toxikologische) und feingewebliche (histologische) Analysen könnten Klarheit bringen. Diese nehmen oft – und wohl auch diesmal – mehrere Wochen in Anspruch.

Komplexität macht das Verfahren zeitaufwendig
Zum laufenden Fall war es natürlich zu früh für eine Auskunft. Walter Rabl, der lange Zeit Leiter der Innsbrucker Gerichtsmedizin war, erläuterte der „Krone“ aber, wie diese Untersuchungen allgemein funktionieren. Ihre Erstellung sei grundsätzlich Routine. „Das wird bei jeder Obduktion im Auftrag der Staatsanwaltschaft gemacht“, erklärt Rabl, „nur so kann man sich ein Gesamtbild machen.“

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Die Untersuchungen sind nicht so einfach. Man muss aus verschiedenen Proben Extrakte machen und diese mit verschiedenen Geräten untersuchen.

Walter Rabl, ehemaliger Leiter der Gerichtsmedizin Innsbruck

Für das Gutachten zu Stoffen im Körper würden Toxikologen, also Chemiker, vor allem Proben analysieren, die aus Körperflüssigkeiten extrahiert wurden: Blut, Harn, Gehirnwasser. Stehen diese nicht zur Verfügung, würden auch Organe untersucht. „Im günstigsten Fall hat man verschiedene Proben“, erklärt Rabl. Die zahlreichen gewonnenen Daten müssen dann zu einem Gesamtbild zusammengefügt werden. „Der Toxikologe untersucht, wie viel von welcher Substanz vorkommt – und der Mediziner interpretiert das Ergebnis“, erläutert Rabl. Denn ab wann Stoffe für den Organismus gefährlich werden, ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich.

Mikroskop gibt Blick in „Vergangenheit“ frei
Mit der histologischen Untersuchung „lassen sich gewebliche Prozesse rückverfolgen“, weiß der Experte. Um dadurch beispielsweise auf Herzinfarkt, Unterkühlung oder Schock schließen zu können, müsse das Gewebe hauchdünn geschnitten und mikroskopisch untersucht werden. Entsprechend (zeit-)aufwendig ist auch dieses Verfahren.

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