Ach, übrigens...

Boulevard Olympia

Vorarlberg
15.02.2026 09:25

Viele Augen sind derzeit auf die Olympischen Winterspiele in Italien gerichtet. Allerdings nicht mehr nur auf die Sportereignisse, wie „Krone“-Autor Harald Petermichl aufgefallen ist. Mittlerweile bekommt man ja wirklich alles live im TV mit.

In den 1960er-Jahren hatte man im niederbayerisch-oberösterreichischen Grenzgebiet die Möglichkeit, in passabler Qualität den ORF zu empfangen. Mit dem Vorteil, dass man Zugriff auf eine im Vergleich zu ARD und ZDF sehr umfangreiche Wintersport-Berichterstattung bekam. Das Eurovisions-Logo und das dazu erklingende „Te Deum“ von Marc-Antoine Charpentier vermittelten einem das wohlige Gefühl, dass man nicht allein war, sondern dass auch anderswo in Europa Gleichgesinnte vor dem Fernsehempfänger saßen, dessen Bildschirmdiagonale ungefähr der eines modernen Smartphones entsprach. Wenn man Glück hatte, war sogar Bertl Neumann am Mikrofon, was immer höchst erbaulich war. Es folgte die Übertragung eines Wettbewerbs, Olga Pall gewann einen Abfahrtslauf oder Baldur Preiml ein Skispringen und damit war der öffentlich-rechtliche Auftrag in aller Schlichtheit erledigt.

Das ist heute unvorstellbar, wenn man die Berichterstattung des Deutschen Fernsehens über die Olympischen Winterspiele betrachtet. Da wird schon am Vormittag mit gefühlt 27 nervigen Trailern auf einen Wettbewerb hingewiesen, der irgendwann am Abend stattfinden soll und bei dem, egal wie aussichtslos es nach den vorolympischen Ergebnissen auch sein mag, deutsche Athlet:innen angeblich immer Aussicht auf Medaillen haben. „Wenn alles passt“, wie vorsichtshalber hinzugefügt wird. „Passt“ es dann erwartungsgemäß doch nicht, bedient man sich der schon in „Asterix bei den Olympischen Spielen“ bewährten Erklärungsmuster (zu feiner Sand oder schlecht genährte Wildschweine) und übersetzt diese in zu weichen Schnee, unzulängliches Material oder zu schlechte Sicht. Notfalls kann auch das Kampfgericht schuld sein.

Sturla Holm Laegreid plauderte aus dem Nähkästchen.
Sturla Holm Laegreid plauderte aus dem Nähkästchen.(Bild: AP/Andrew Medichini)

Ob diese Wettbewerbe dann tatsächlich übertragen oder nur in einem 40-Sekunden-Häppchen zusammengefasst werden, ist aber immer noch nicht gewiss, weil es ständig viel Wichtigeres zu berichten gibt. Dass etwa die niederländische Skatefluencerin Jutta Leerdam mit dem Privatjet nach Mailand angereist ist, dass ein gewisser Connor Watkins im Ziel des Super-G Breezy Johnson einen Heiratsantrag gemacht hat oder dass Biathlet Sturla Holm Laegreid vor laufenden Kameras die Welt gleichermaßen ungefragt wie tränenblind mit der Meldung behelligt hat, er habe vor drei Monaten seine Partnerin betrogen. Warum man diese Nachrichten aus der Reihe „Was die Welt bewegt“ nicht den Boulevard-Magazinen überlässt, wissen nur die Programmverantwortlichen. Jedenfalls wäre das seinerzeit bei Bertl Neumann, Kurt Jeschko & Co. nicht passiert.

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