Mit 2300 Ausstellern aus 94 Ländern geht die Biofach-Messe in Nürnberg (Bayern) über die Bühne. Österreich mischt mit 70 Standlern kräftig bei der kulinarischen Weltreise mit. Produkte aus ökologischer Landwirtschaft liegen im Trend. Doch für die heimischen Bauern gibt es einige Hürden.
Knapp 25 Prozent unserer Bauern produzieren biologisch und bewirtschaften 27 Prozent der heimischen Agrar-Nutzfläche. Damit liegt Österreich in Europas 58,7 Milliarden Euro schweren Bio-Markt im Spitzenfeld. Unser Hauptexportschlager ist Käse, den vor allem unsere deutschen Nachbarn mit Urlaub in der Alpenrepublik verbinden. Aktuelle Daten von AMA-Marketing zeigen: Unsere Bio-Einkäufe stiegen im Vorjahr wertmäßig um 2,3 Prozent und mengenmäßig um 6,5 Prozent.
Nachfrage größer als Angebot
Doch in einigen Bereichen wie etwa bei Bio-Rindfleisch ist die Nachfrage größer als das Angebot, während unsere Obstbauern Vollversorgung mit natürlichen Äpfeln garantieren. Auf der weltweit größten Leitmesse für Bio-Lebensmittel in Nürnberg präsentieren Österreichs Erzeuger neben schon bekannten Klassikern auch jede Menge Innovationen.
Trend zu alkoholfreien Drinks
Der junge Wiener Christoph Salomon hat es in nur drei Jahren geschafft, mit einer zucker- und salzfreien Gemüsewürze, quasi mit einem gesunden Suppenwürfel, in den Regalen einiger Supermärkte gelistet zu sein. Die Fruchtsaft-Firma Höllinger springt auf den Trend zu Nullpromille auf und schenkt alkoholfreie Aperitif-Sirupe aus.
Peter Stallberger, Geschäftsführer von GoodMills (Fini´s Feinste), ist sich sicher, Inflationsdiskussionen und die globalen Ereignisse sorgen für Gegenwind. „Mit Rückenwind ginge es schneller.“
Konsument fordert strenge Kontrollen
Die Motivation der Kunden zu naturbelassenem Essen ist vielfältig. In erster Linie will man sich selbst Gutes tun. Der Verzicht auf Chemie und Pestizide spielt ebenso eine Rolle wie artgerechte Tierhaltung. Außerdem wünscht sich der Konsument strenge Kontrollen. Bio ist längst kein Nischenprodukt mehr. „Die Zahlen zeigen klar, dass Bio heute eine selbstverständliche Wahl ist, besonders dann, wenn Herkunft, Qualität und Vertrauen zusammenkommen“, resümiert Christina Mutenthaler-Sipek, Geschäftsführerin der AMA-Marketing, die auf ein neues AMA-Biosiegel setzt.
Wenn wir jetzt nicht gegensteuern, laufen wir Gefahr, Marktchancen nicht zu nutzen und Versorgungslücken am Ende mit Importware schließen zu müssen.

Barbara Riegler, Obfrau von Bio Austria
Bild: M.Münzer
Keine Förderung für Neueinsteiger
Doch es gibt einen Haken. So kommt von Bio-Austria-Obfrau Barbara Riegler Kritik an der Förderpolitik. Denn Hunderte Öko-Landwirte haben in den vergangenen Jahren aufgegeben. „Betriebe, die jetzt einsteigen wollen, stehen vor verschlossenen Türen“, mahnt die Bio-Bäuerin aus dem Mühlviertel (OÖ).
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