Das Arbeitsmarktservice (AMS) hat im Jahr 2025 insgesamt 162.391 Mal das Arbeitslosengeld oder die Notstandshilfe vorübergehend gesperrt. Das entspricht etwa dem Niveau des Jahres 2024. Der Wiener AMS-Landesgeschäftsführer Winfried Göschl wünscht sich bei Härtefällen gänzlicher Arbeitsunwilligkeit eine strengere Handhabe.
Etwa die Hälfte der Sanktionen entfiel auf vergleichsweise leichte Verstöße wie versäumte Kontrolltermine (52.302 Fälle) oder Selbstkündigungen (29.206). Letztere gingen um 2,5 Prozent zurück, was auf die trübe Konjunktur zurückgeführt wird.
Fernbleiben, Verweigerung
Rund 80.000 Sperren betrafen Arbeitswilligkeit, darunter 43.206 Fälle von tageweisem Fernbleiben bei Schulungen sowie 35.944 sechswöchige Sperren für die Verweigerung von Jobangeboten oder Schulungen beziehungsweise die Vereitelung einer Aufnahme.
Fälle gänzlicher Arbeitsunwilligkeit gestiegen
Die Zahl der Fälle gänzlicher Arbeitsunwilligkeit stieg im Jahresvergleich um 17 Prozent auf 1733. In diesen Fällen wird der Bezug komplett gestrichen. AMS-Wien-Chef Göschl kritisierte gegenüber der „Presse“, dass der Anspruch derzeit bereits nach einem Monat Beschäftigung wiedererlangt werden könne. „Das sehen wir kritisch“, so Göschl.
Früher sei dafür der Erwerb eines neuen Anspruchs nötig gewesen. Zudem sei es „ziemlich schwierig, Sanktionen zu verhängen“, da die Beweislast beim AMS liege und Verfahren keine Formfehler duldeten.
Der Anspruch kann derzeit bereits nach einem Monat Beschäftigung wiedererlangt werden. Das sehen wir kritisch.
AMS-Wien-Chef Winfried Göschl
Die Stagnation der Gesamtzahl der Sanktionen wird auch mit der wirtschaftlichen Lage begründet. Da die Zahl der offenen Stellen 2025 um elf Prozent auf rund 83.000 sank, während die Arbeitslosigkeit stieg, habe das AMS weniger Möglichkeiten, Arbeitslose zur Jobannahme zu drängen.
456.192 im Jänner ohne Job
Ende Jänner waren in Österreich insgesamt 456.192 Personen arbeitslos gemeldet oder nahmen an einer AMS-Schulung teil. Das entspricht einem Plus von 2,4 Prozent beziehungsweise 10.679 Menschen im Vergleich zum Vorjahresmonat.
Wie das AMS und das Arbeitsministerium Anfang Februar mitteilten, hat sich der Anstieg damit gegenüber Dezember weiter verstärkt: Damals lag das Plus im Jahresabstand noch bei 2 Prozent.
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