Sängerin Hava zählt zu den Ausnahmetalenten der deutschen Musikindustrie. Sie ist keine klassische Rapperin, sondern verbindet melodischen Rap mit gefühlvollem Gesang. Mit ihrem Album „Element“ gewährt sie tiefe Einblicke in ihre Seele und nimmt uns mit auf eine emotionale Reise in ihr Innerstes. Wir haben uns die berührende Platte genauer angehört.
Seit ihrem Durchbruch im Jahr 2019 zählt Hava zu den erfolgreichsten deutschen Sängerinnen. Der entscheidende Karriereschritt gelang ihr mit der Gold-Single „Kein Schlaf“ gemeinsam mit Nimo, die direkt auf Platz 1 der deutschen Charts einstieg. Seither steht sie für melodischen Trap und ihre unverkennbare, soulige Stimme. Doch in den vergangenen Jahren hat sich nicht nur musikalisch viel bei ihr getan, sondern auch privat: Vor Kurzem heiratete sie den Rapper Dardan, und noch in diesem Jahr werden die beiden Eltern.
Mit ihrem fünften Album„Element“ zeigt die 27-Jährige eine Seite von sich, die verletzlich und tief emotional ist. Dieses Album ist kein lautes Statement, keine Sammlung von Chart-Hits – es ist vielmehr ein Tagebuch in Musikform. Jeder Song kreist um Liebe, Sehnsucht, Verlust und Hoffnung. Und Hava gelingt es, all diese Gefühle so zu transportieren, dass sie nicht konstruiert wirken, sondern echt.
Von Herzschmerz und ewiger Verbundenheit
Schon der Opener „Alles für dich“ setzt den Ton. Eine wunderschöne Ballade, getragen von langsamem Bass und einer sanften Melodie. Kein Rap-Part, kein Bruch – nur Gesang, nur Gefühl. Ein Liebessong, der nicht übertreibt, sondern berührt. Mit „Ich suche dich“ wird das Tempo leicht angezogen. Deutsch in den Strophen, bosnisch in der Hook – dieser Sprachwechsel wirkt nicht wie ein Stilmittel, sondern wie Identität. Synthesizer und typische Balkan-Elemente geben dem Song eine besondere Wärme. Man merkt: Hava bleibt ihren Wurzeln treu.
Ein besonderes Highlight ist „Gib uns niemals auf“, die Kollaboration mit Rapper und Ehegatten Dardan. Musikalisch wie privat sind die beiden längst ein eingespieltes Team. Gerade erst haben sie geheiratet und erwarten ihr erstes Kind. Der Song fühlt sich an, wie ein Versprechen – „Du bist der Grund, warum ich heute nicht schlaf“ – Zeilen, die nach echter Verbundenheit klingen. Hier geht es nicht um Drama, sondern um Zusammenhalt.
Auch „Sta je bol“ – „Was ist Schmerz“ – bleibt emotional. Wieder bosnisch in der Hook, wieder Herzschmerz als zentrales Thema. Die Sängerin bewegt sich sicher zwischen zwei Sprachen und schafft es, beide Welten miteinander zu verbinden.
Balkan-Queen
Ruhig und getragen geht es mit „Immer wenn du gehst“ weiter, bevor „Glas“ etwas mehr Dynamik ins Album bringt. „Mein Herz war aus Glas …“, singt sie – zerbrechlich, aber nicht schwach. Der Song erzählt vom Fallen und vom Wiederaufstehen. Schmerz bleibt ein wiederkehrendes Motiv, doch er wirkt nie monoton, weil Havas Stimme ihm jedes Mal eine neue Nuance verleiht.
Überraschend kommt die Kollaboration „Iya“ mit Voyage. Voyage zählt aktuell zu den erfolgreichsten Künstlern auf dem Balkan. Der Song ist komplett in ihrer Muttersprache gehalten – kein Kompromiss für den deutschsprachigen Markt. Vielleicht kein typischer Radiosong hierzulande, aber einer, der auf dem Balkan definitiv gefeiert wird. Mit „Mein Herz klopft“ kehrt sie dann wieder zur puren Emotionalität zurück. Fast ironisch wirkt der viele Herzschmerz dann doch, wenn man weiß, dass sie privat gerade eine glückliche Phase erlebt. Aber genau das macht das Album glaubwürdig: Auch in einer glücklichen Beziehung gibt es Zweifel, Streit oder Unsicherheiten. Mal liebt man sich wie wild und mal bereut man jeden Schritt, doch irgendwie kann man sich wieder zusammenraufen.
Frauenpower und leiser Abschluss
„Kannst du mich lieben“ bleibt leise, verletzlich. „Wer ich bin“ bewegt sich klar im deutschsprachigen Pop und erzählt von zwei Menschen, die unterschiedlich mit Liebe umgehen: „Einer kann heilen und der andre zerbricht.“ Ein Song über Identität innerhalb einer Beziehung.
Mit „Pass auf, wen du liebst“ gemeinsam mit Erda bekommt das Album einen Moment von Frauenpower. Es fühlt sich an wie ein Gespräch zwischen zwei Freundinnen, die sich gegenseitig warnen und stärken. Emotional, aber nicht kitschig.
Der wohl bewegendste Moment des Albums ist „Wenn du vor mir gehst“. Der Song ist ihrer verstorbenen Schwester Nudjema gewidmet. Man spürt in jeder Zeile Liebe und Verlust zugleich. Es ist ein Abschluss, der lange nachhallt. Auch das Video dazu ist sehr emotional, aber auch wenn es ein Abschluss-Song ist, kann man in dem Track fühlen, dass noch lange nichts abgeschlossen ist.
Fazit: „Element“ ist ein Album für jene, die fühlen, für Verliebte, für Menschen mit gebrochenem Herzen, für alle, die jemanden vermissen oder gerade jemanden gefunden haben. Hava setzt nicht auf große Experimente – sie setzt auf Emotion. Und genau darin liegt ihre Stärke.
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