Am Privatgymnasium St. Ursula in Salzburg wandeln die Schüler auf den Spuren von Wolodimir Zelenskij und Christian Stocker. In einem Planspiel übernehmen sie die Rollen von Politikern und lösen die Konflikte der Welt.
Sie haben ein Handelsabkommen geschlossen. „Wir geben ihnen drei Milliarden. Wir bekommen dafür ein Urlaubsresort, eine Atomrakete und ein Krankenhaus“, sagt der Bundeskanzler. Die Weltbank weiß von dem Deal zunächst nichts, bis dann doch ein Scheck auftaucht.
Doch die Protagonisten, die verhandeln, sind zehnjährige Kinder. Im Planspiel „World Peace Game“ (Weltfriedensspiel) versuchen Schüler der Klasse 1C am Salzburger Privatgymnasium St. Ursula internationale Krisen zu lösen.
Aggressive Söldner und Rüstungsdeals
Bei den Themen muss man schon etwas schlucken: Es geht um aggressive Söldner und beschädigte Satelliten beim Krieg im Weltraum. Auch um Waffen wird gefeilscht.
All das ohne Smartphone und Tablet, erklärt Gerlinde Katzinger. Sie moderiert und greift nur selten ein. Und das auch nur, um dafür zu sorgen, dass etwa der Zeitplan eingehalten wird. „Überforderung ist Teil des Konzepts“, sagt die AHS-Lehrerin.
Es ist dabei erstaunlich, wie professionell die Kinder in ihren jeweiligen Rollen sind. Sie sprechen im Jargon der internationalen Beziehungen am Mikrofon. Sie verteidigen Interessenslagen bei Konflikten wie solchen: Ein defekter Satellit des einen Landes kommt ausgerechnet dem heiligen Schrein eines anderen Volkes gefährlich nahe.
Man schnappte vorher mal Begriffe aus der Politik auf. Nach dem Spiel sagt mir das mehr. Auch Trump beschäftigt mich. Sorgen um die Zukunft habe ich schon.

Viktoria Illichmann
Bild: Markus Tschepp
Solche Interessenlagen haben Viktoria (15) und Marie (14) bereits vor einem Jahr als Richterin und Bundeskanzlerin erlebt, als sie im World Peace Game mitgespielt haben.
Obwohl wir uns nicht gut ausgekannt hatten mit den Themen, haben wir uns schnell eingearbeitet und konnten die Probleme lösen.

Marie Döllerer
Bild: Markus Tschepp
Vorher war Weltpolitik in ihrem Alltag kein großes Thema. „Aber jetzt ist das schon so, dass ich mehr hinhöre“, sagt Viktoria, und Marie nickt.
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