Korrektur nach Prüfung

Stadt rudert zurück: Doch Asbest im Streusplitt

Burgenland
02.02.2026 16:00

Die Stadt Oberwart im Burgenland korrigiert Aussagen zum Winterdienst nach Hinweisen: Man habe doch asbesthaltigen Streusplitt im Zuge des Winterdienstes verwendet. Landesweit und vor Ort laufen Luftmessungen. Die Sorge der Bevölkerung bleibt, die Opposition fordert indes vom Stadtchef volle Aufklärung.

Die Sorge um mögliche Asbest Belastungen im Burgenland reißt nicht ab. Nachdem Greenpeace zuletzt weitere Asbestfunde publik gemacht hatte, reagierte das Land und setzte die Taskforce „Vorsorgeabklärung Luftqualität“ ein. Seither laufen landesweit Messungen. Auch in Oberwart wird an mehreren Standorten die Luftqualität überprüft. Parallel dazu rückt nun der Winterdienst der Stadt in den Fokus. Auslöser waren Sorgen in der Bevölkerung. Bürger vermuteten, dass die Stadtgemeinde asbesthaltigen Streusplitt eingesetzt haben könnte. Bürgermeister Georg Rosner wies diese Vorwürfe zunächst zurück und versicherte, es sei unbedenkliches Material verwendet worden.

Hinweise sorgten für Klarstellung
Diese Darstellung musste der Stadtchef nun korrigieren. Der einmalig eingesetzte Streusplitt stammte entgegen der ursprünglichen Aussage von Rosner nicht aus dem nicht belasteten Steinbruch in Burg, sondern aus dem wegen zu hoher Asbestbelastung gesperrten Steinbruch in Badersdorf. Nach entsprechenden Hinweisen seien die Lieferunterlagen nochmals überprüft und die Angaben richtiggestellt worden, heißt es aus dem Rathaus.

Die Lieferung des Materials sei bereits im September erfolgt, zu einem Zeitpunkt, an dem man laut Rosner noch keine Kenntnis von einer Asbestbelastung gehabt habe. Er habe sich auf die ihm vorliegenden Informationen verlassen. Eine bewusste Gefährdung weist der Stadtchef zurück. Für künftige Einsätze im Winterdienst versucht man nun zu beruhigen. Sollte erneut gestreut werden müssen, werde ausschließlich Streusplitt aus dem nicht belasteten Steinbruch in Burg verwendet, versichert Rosner.

SPÖ will lückenlose Aufklärung
Scharfe Kritik kommt nun von der SPÖ. Stadtrat Christian Dax spricht von einem hochsensiblen Thema, das volle Transparenz und Ehrlichkeit erfordert. Wer sich als Bürgermeister als Krisenmanager präsentiere, müsse gerade bei Fragen der Gesundheit der Bevölkerung offen und sorgfältig handeln. Die SPÖ fordert daher umgehende und lückenlose Aufklärung. 

„Wer hat wann was gewusst?“
ÖVP will Thema Asbest in eigener Sondersitzung behandeln

Bereits vergangenen Donnerstag hatte der Landtag über das heikle Thema diskutiert. Der ÖVP reicht dies aber nicht. Sie will einen eigenen Sonderlandtag, der sich ausschließlich der Thematik widmet. Ins Visier wollen ÖVP-Chef Christoph Zarits und Klubobmann Bernd Strobl dabei besonders die rot-grüne Landesregierung nehmen: „Wer hat wann was gewusst?“, so Strobl.

Hintergrund ist, dass es – wie berichtet – bereits im Sommer 2025 sicherheitstechnische Bedenken hinsichtlich der Asbestbelastung in zumindest einem Steinbruch gegeben hatte. Es brauche jetzt volle Transparenz, meint Zarits. Auch mögliche Verflechtungen sollen unter die Lupe genommen werden. Er wiederholte weiters die Forderung nach flächendeckenden Kontrollen. Die Taskforce allein sei zu wenig.

Haben einen Sonderlandtag beantrag: Strobl und Zarits
Haben einen Sonderlandtag beantrag: Strobl und Zarits(Bild: Christoph Miehl)

Die ÖVP schüre künstlich Angst, entgegnete Wolfgang Spitzmüller, Klubobmann der Grünen. Man habe bereits eine Asbest-Hotline eingerichtet und es gebe auch klare Aussagen von Fachleuten. Bei der aktuellen Witterung gebe es keine akuten Risiken.

SPÖ spricht von purem Aktionismus
SPÖ-Klubobmann Roland Fürst verweist ebenfalls auf die Arbeit der Taskforce. Im Landtag sei das Thema bereits vorige Woche ausführlich diskutiert worden. Jetzt erneut eine Sitzung zu dem Thema zu beantragen, sei purer Aktionismus, so Fürst. 

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