Message, Macht, Medien

Ex-ORF-Chefredakteur: „Journalisten sind Gfraster“

Medien
05.02.2026 05:00
Porträt von krone.tv
Von krone.tv

„Message, Macht, Medien“ trifft auf ORF: Diesmal geht es um die verborgenen Spielregeln zwischen Medien, Politik und PR. Zu Gast: Chefreporter und Ex-Chefredakteur des öffentlichen Rundfunks Fritz Dittelbacher. In der Folge „Off the records, on the records“ spricht er über die Grundvoraussetzungen für seriösen Journalismus und warum Kollegen nicht alles in sozialen Medien posten sollten.

Fritz Dittlbacher betont, dass der ORF nach wie vor seiner Rolle als kritische Kontrollinstanz nachkommt – auch wenn das für Politik und Publikum oft unbequem sei: „Wir sind keine wahnsinnig beliebte Bevölkerungsgruppe. Wir sind Gfraster“, sagt er mit Blick auf die journalistische Aufgabe, Macht kritisch zu hinterfragen.

An Hintergrundinformationen zu kommen, ist Bestandteil des Jobs: „Du brauchst mehr Infos, als du verwendest, um dir ein gesamtes Bild zu schaffen.“ Dazu brauche es aber Vertrauen ins Gegenüber: „Und für dieses Vertrauen braucht es Vertraulichkeit“ – ein Geben und Nehmen zwischen Reporter und Quelle. Die Exklusivität einer Geschichte sei allerdings überbewertet: „Es ist ein bisserl wie Schlagobers bei einer Torte. Ja, eh super, aber die Torte muss passen.“

Gleichzeitig verweist der Chefreporter darauf, dass die Politik sich dem ORF immer mehr entzieht. Statt kritischer Nachfragen setzt besonders die FPÖ auf direkte Kommunikation via soziale Netzwerke: „Kickl meidet klassische Medien recht weitgehend.“

„Message Controller“ Gerald Fleischmann trifft auf ORF-Journalist Fritz Dittlbacher.
„Message Controller“ Gerald Fleischmann trifft auf ORF-Journalist Fritz Dittlbacher.(Bild: krone.tv)
„Message Controller“ Gerald Fleischmann trifft auf ORF-Journalist Fritz Dittlbacher.
„Message Controller“ Gerald Fleischmann trifft auf ORF-Journalist Fritz Dittlbacher.(Bild: krone.tv)

Apropos soziale Medien: Dittlbacher betont, wer für den ORF arbeitet, müsse sich bewusst sein, dass „private Ansichten, Meinungen, ...“ die Öffentlichkeit nichts angehen. Und weiter: „Die will ich nicht auf Sendung, nicht im Beruf, aber auch nicht in diesem privaten Bereich der Social Medias haben“, sagt der Ex-Chefredakteur auch in Hinblick auf die internen Richtlinien.

Auch verteidigt der ORF-Mann den öffentlich-rechtlichen Auftrag und warnt eindringlich vor amerikanischen Verhältnissen: „Demokratie heißt, alle müssen Zugang zu Informationen haben. Das ist wichtig. Nachrichten dürfen nicht nur von Tech-Milliardären stammen und kommen.“

Den ganzen Podcast zur Folge „Off the records, on the records – Ein Blick hinter die Kulissen von Medien und Politik“ können Sie hier anhören:

Oder hier als Video-Podcast streamen:

Alle Folgen von „Message Macht Medien“ können Sie jetzt auch auf allen gängigen Podcast-Plattformen und natürlich auf krone.at/podcast anhören. Oder auf krone.tv – immer am Donnerstag um 21.15 Uhr anschauen!

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Loading
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

Kostenlose Spiele
Vorteilswelt