Allianz gegen China

USA, EU und Japan besiegeln Rohstoffpartnerschaft

Außenpolitik
04.02.2026 23:03
Porträt von krone.at
Von krone.at

Die USA, die EU und Japan haben im Zuge ihrer Bestrebungen, unabhängiger von China zu werden, eine Rohstoffpartnerschaft geschmiedet. Ziel sei „ein zollfreier Handel und Austausch mit diesen kritischen und Seltenen Erden“, sagt US-Innenminister Doug Burgum.

Die USA, die EU und Japan wollten „bedeutende Schritte zur Steigerung ihrer wirtschaftlichen und nationalen Sicherheit gehen, indem sie gemeinsam die Widerstandsfähigkeit in Lieferketten für wichtige Mineralien stärken“, hieß es am Mittwoch in einer gemeinsamen Erklärung. US-Vizepräsident JD Vance schlug bei dem Treffen der interessierten Staaten in Washington D.C. vor, Referenzpreise für kritische Mineralien auf jeder Produktionsstufe festzulegen. Diese sollten den fairen Marktwert widerspiegeln und innerhalb der Allianz als Preisuntergrenze fungieren, die durch flexible Zölle abgesichert werde.

US-Außenminister Marco Rubio sucht Verbündete gegen China.
US-Außenminister Marco Rubio sucht Verbündete gegen China.(Bild: AP/Kevin Wolf)

Mineralien als „geopolitisches Druckmittel“
„Wir wollen das Problem beseitigen, dass Leute unsere Märkte mit billigen kritischen Mineralien überschwemmen, um unsere heimischen Hersteller zu unterbieten“, sagte Vance, ohne China dabei explizit zu nennen. Auch Außenminister Marco Rubio sprach lediglich davon, dass die Mineralien „stark in den Händen eines einzigen Landes konzentriert“ seien. Dies sei zu einem „geopolitischen Druckmittel“ geworden. Dem Außenminister zufolge nahmen 55 Länder an den Gesprächen in Washington teil, darunter Südkorea, Indien, Japan, Australien und die Demokratische Republik Kongo.

Chinesische Exportkontrollen verschärft
Die Partner wollen Maßnahmen wie Preisstützungen, Marktstandards, Subventionen und Abnahmegarantien prüfen, um die Produktion anzukurbeln. Die USA, die EU und Japan erklärten zudem, das Thema auch in anderen Formaten wie der G7-Gruppe und der „Minerals Security Partnership“ vorantreiben zu wollen.

Die Regierung in Peking zeigte sich zunächst zurückhaltend. China habe lange eine wichtige und konstruktive Rolle bei der Sicherung globaler Lieferketten gespielt und sei bereit, dies auch weiterhin zu tun, teilte die chinesische Botschaft in Washington der Nachrichtenagentur Reuters auf Anfrage mit.

Peking hatte im vergangenen Jahr die Exportkontrollen für Seltene Erden verschärft, was zu Produktionsverzögerungen bei Autoherstellern in Europa und den USA führte. Zudem hat ein Überangebot an Lithium aus China Pläne zum Ausbau der US-Produktion ins Stocken gebracht.

Wo überall Seltene Erden benötigt werden
Die Seltenen Erden sind eine Gruppe von 17 chemischen Elementen. Entgegen ihrem Namen kommen sie weltweit relativ häufig vor, sind jedoch oft nur schwer und unter hohem Aufwand zu gewinnen. Sie sind unverzichtbar für zahlreiche High-Tech-Anwendungen. So werden sie etwa für die Herstellung leistungsstarker Magnete für E-Motoren benötigt, die leichter und effizienter sind als herkömmliche Antriebe. Für die USA, wo Trump auf fossile Energien setzt, ist dies zwar von geringerer Bedeutung. Allerdings spielen sie auch in der Rüstungsindustrie eine Schlüsselrolle, etwa bei Lenkraketen und Radarsystemen.

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