Die Zahl der AMS-Klientinnen zwischen 60 und 65 Jahren ist in Niederösterreich bereits um mehr als 50 Prozent angestiegen.
Das Jahr 2026 ist bisher für den heimischen Arbeitsmarkt kein gutes. 58.908 Menschen sind derzeit in Niederösterreich arbeitslos gemeldet – das sind um 6,5 Prozent mehr als noch vor einem Jahr. Damit liegt das größte Bundesland deutlich über dem Bundesschnitt von 3,8 Prozent. Den prozentuell höchsten Zuwachs verzeichnet der Bezirk Melk mit einem Plus von 18,5 Prozent. Der einzige Lichtblick zeigt sich im Waldviertel: Der Bezirk Gmünd verzeichnet um vier Prozent weniger Arbeitslose als vor zwölf Monaten.
Frauen stärker betroffen
Was insgesamt auffällt: Immer mehr Frauen verlieren ihren Job. Die Zahl der davon Betroffenen hat sich im Jänner um 8,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr erhöht. Bei den Männern beträgt die Zunahme „nur“ 5,3 Prozent. Geradezu dramatisch ist der Plus der arbeitslosen Frauen im höheren Alter. In der Gruppe der 60- bis 65-Jährigen sind derzeit um 56,8 Prozent mehr Frauen ohne Job als noch vor zwölf Monaten.
Frauen sind am Arbeitsmarkt gegenüber Männern weiter benachteiligt.

Sandra Kern, Landesgeschäftsführerin AMS NÖ
Bild: Imre Antal
Steigendes Pensionsalter
Ursache ist allerdings nicht allein die noch immer schwächelnde Konjunktur. Auch die schrittweise Erhöhung des Pensionsalters trägt dazu bei, dass immer mehr Frauen beim AMS vorstellig werden. Andererseits sorgt der spätere Ruhestand aber auch dafür, dass mehr Frauen am Arbeitsmarkt verfügbar sind: Die Zahl weiblicher Beschäftigter ist ebenfalls gestiegen – allerdings nur um 0,2 Prozent. Bei den Männern liegt das Plus bei 0,4 Prozent.
Kälte bremst Baubranche
Zugenommen hat im abgelaufenen Jänner auch wieder die Arbeitslosigkeit am Bau – und zwar mit einem Plus von 8,9 Prozent überproportional stark. Der Grund liegt für AMS-Experten in der eiskalten Witterung. Ebenfalls von einem überdurchschnittlichen Anstieg der Arbeitslosigkeit betroffen sind die Industrie (+ 10,6 Prozent) sowie Gesundheits- und Sozialberufe (+ 9,5 Prozent).
Geringere Job-Chancen
Konträr zu den Arbeitslosenzahlen hat sich indes das Angebot an freien Stellen in Niederösterreich entwickelt. 10.599 verfügbare Jobs sind derzeit beim Arbeitsmarktservice gemeldet. Das sind um 17,5 Prozent weniger als noch vor einem Jahr. Der Rückgang der offenen Lehrstellen beträgt sogar 19,5 Prozent.
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