„Gibt noch 6500 Tiere“

Mumien-Analyse soll Bestand von Geparden erhöhen

Wissen
02.02.2026 19:12
Porträt von krone.at
Von krone.at

Ein internationales Forschungsteam hat mumifizierte Überreste von Geparden in Höhlen Saudi-Arabiens entdeckt, die bereits Tausende Jahre alt sind. Die genetischen Analysen könnten bei der Wiederansiedlung der Raubkatze helfen, die in Saudi-Arabien bereits seit Jahrzehnten ausgestorben ist.

Laut der Schätzung der IUCN (International Union for Conservation of Nature and Natural Resources) von 2024 leben weltweit nur noch 6500 Exemplare. Aus 91 Prozent ihres historischen Verbreitungsgebiets seien Geparden verschwunden, sagte Pamela Burger vom Forschungsinstitut für Wildtierkunde und Ökologie der Vetmeduni Wien.

Das Forschungsteam unter der Leitung des saudi-arabischen National Centre for Wildlife entdeckte zufällig sieben natürlich mumifizierte Geparden sowie Skelettreste von 54 Geparden und ihrer mutmaßlichen Beute. Bei der Analyse stellte sich heraus, dass einige etwa 130 Jahre alt sind. Die ältesten Überreste sind gar mehr als 4000 Jahre alt. Röntgenanalysen zeigten viele Jungtiere, weshalb die Forscherinnen und Forscher davon ausgehen, dass die Höhlen als Wurf- oder Ruheplätze genutzt wurden.

Die Mumien sind außergewöhnlich gut erhalten.
Die Mumien sind außergewöhnlich gut erhalten.(Bild: AP/Ahmed Boug)
Von dieser asiatischen Unterart leben nur noch etwa 50 Tiere in freier Wildbahn im Iran.
Von dieser asiatischen Unterart leben nur noch etwa 50 Tiere in freier Wildbahn im Iran.(Bild: AP/Vahid Salemi)

Außergewöhnlich gut erhalten
Vermutlich sorgten trockene Bedingungen und stabile Temperaturen in den Höhlen für den außergewöhnlichen Erhaltungszustand. „Die jüngste Mumie gehört klar zur stark bedrohten asiatischen Unterart A. j. venaticus (Bezeichnung für Gepard, Anm.)“, sagte Burger. Von dieser leben heute nur noch ungefähr 50 Tiere in freier Wildbahn, und zwar im Iran. Ältere Funde aus den Höhlen stünden der westafrikanischen Unterart A. j. hecki näher. Demnach kamen auf der saudi-arabischen Halbinsel über lange Zeit verschiedene genetische Linien vor. Insgesamt sind fünf Geparden-Unterarten bekannt: vier afrikanische und eine asiatische.

Wiederansiedelungen in Naturparks
Basierend auf der Analyse empfahl das Forschungsteam, beim Züchten auf jene Unterarten zu setzen, die der jeweiligen Region geografisch am nächsten und genetisch verwandt sind. In den Vereinigten Arabischen Emiraten wäre demnach etwa A.j.jubatus aus Südafrika oder Namibia die beste Wahl.  Für diese gebe es bereits erfolgreiche Wiederansiedelungsprojekte im südlichen Afrika, heißt es. In Saudi-Arabien werden laut Burger derzeit Wiederansiedelungen in Naturparks geplant. Die Höhlen könnten wichtige Daten für Artenschutzprogramme liefern. Die Studie wurde im Fachjournal „Communications and Earth Environment“ veröffentlicht.

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