Spitals-Pfusch in Linz

Opfer erhebt neue Vorwürfe: „Es ist unerträglich“

Oberösterreich
01.02.2026 17:45

Operiert, übergangen, öffentlich bloßgestellt: Nach dem Bekanntwerden einer fatalen Fehldiagnose erheben die 30-jährige Patientin und ihr Anwalt neue schwere Vorwürfe. Die „Krone“ kennt die Hintergründe.

Eine Frau Anfang 30 verlor Anfang August 2025 ohne medizinische Notwendigkeit ihre Gebärmutter, beide Eileiter und einen Eierstock. Ein Eingriff am Kepler Uniklinikum in Linz, der nicht rückgängig gemacht werden kann. Nun stehen die Verantwortlichen erneut massiv in der Kritik. Während ihr Rechtsanwalt ab November um einen runden Tisch mit den verantwortlichen Medizinern kämpfte – und sogar eine schriftliche Absage der Rechtsabteilung kassierte, ging die Gesundheitsholding an die Öffentlichkeit. Ohne Zustimmung der Betroffenen.

Eiskalte Kommunikation
Auslöser war offenbar eine offizielle Anfrage von „Krone“ und „News“. Doch anstelle eines Gesprächs mit der Patientin oder ihrem Rechtsvertreter entschied sich die Gesundheitsholding für eine einseitige Darstellung. Verbreitet über ein Linzer Regionalmedium. Mit Zitaten des Ärztlichen Direktors Karl Heinz Stadlbauer. Und mit einem Auftritt in der „ZiB 2“.

Kein Wort der Entschuldigung. Kein Ausdruck des Bedauerns. Stattdessen Hinweise auf Abläufe, Standards, statistische Wahrscheinlichkeiten. Zahlen statt Menschen. Erst nach massiver Kritik an der Kommunikationspolitik der Klinikführung wurde der Tonfall vorsichtiger.

Fatale Fehldiagnose: Einer jungen Frau wurde am Kepler Uniklinikum eine gesunde Gebärmutter ...
Fatale Fehldiagnose: Einer jungen Frau wurde am Kepler Uniklinikum eine gesunde Gebärmutter entfernt.(Bild: Markus Wenzel)

„Ich verstehe das alles nicht“
Für die Betroffene ist all das kaum auszuhalten. „Ich war fast ohnmächtig“, sagt sie. „Ich erwarte keine positive Nachricht mehr von der Gesundheitsholding, weil sie mich ständig nur enttäuschen.“ Und: „Ich verstehe das alles nicht. Warum reden sie hinter meinem Rücken mit einer Zeitung, aber nicht mit mir?“

Zitat Icon

Ich erwarte keine positive Nachricht mehr von der Gesundheitsholding, weil sie mich ständig nur enttäuschen.

Betroffene Patientin

Sie verfolgte die öffentlichen Auftritte der Verantwortlichen in der letzten Jänner-Woche. „Wie können sie so ruhig über mich sprechen?“, fragt sie. „Ohne jede Emotion. Ich bin keine Prozentzahl.“

Strafanzeige angekündigt
Das Vorgehen wirft nun auch brisante rechtliche Fragen auf. Im Raum steht der mögliche Bruch der ärztlichen Schweigepflicht. Ausgerechnet darauf hatte die Pressestelle der Gesundheitsholding bei der am 22. Jänner erfolgten Anfrage von „Krone“ und „News“ selbst ausdrücklich hingewiesen. Dennoch ging man unabgesprochen an die Öffentlichkeit. Ohne zuvor das Gespräch mit der Betroffenen zu suchen.

Anwalt Rainer Hable mit seiner Mandatin: „Mit dem Bruch der Vertraulichkeit ist nun eine neue ...
Anwalt Rainer Hable mit seiner Mandatin: „Mit dem Bruch der Vertraulichkeit ist nun eine neue Stufe erreicht.“(Bild: Markus Wenzel)

Rechtsanwalt Rainer Hable kündigt eine Strafanzeige an. „Der Umgang mit meiner Mandantin war schon in den vergangenen Monaten skandalös“, sagt Hable. „Mit dem Bruch der Vertraulichkeit ist nun eine neue Stufe erreicht – und das sollte Konsequenzen haben.“ Zugleich stellt Hable klar: „Mit diesem Vorgehen ist jedes Vertrauen in die handelnden Personen in Uniklinik und Gesundheitsholding endgültig zerstört.“

Zurück bleibt eine junge Frau, die nicht nur operiert wurde, sondern aus den Medien erfahren musste, wie über ihr Leben gesprochen wird. Nicht mit ihr. Sondern über sie. Die Pressesprecherin des Kepler Uniklinikums ließ mehrere Anfragen zu dieser eigenwilligen Kommunikationspolitik unbeantwortet.

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