Der Schweinemarkt steht erneut unter massivem Druck – und für viele heimische bäuerliche Familienbetriebe geht es längst nicht mehr um Gewinn, sondern ums Überleben. Der anhaltende Preisverfall bei Schweinefleisch sorgt dafür, dass die wirtschaftliche Situation vieler Betriebe immer dramatischer wird.
Niedrige Erzeugerpreise treffen die heimische Landwirtschaft in einer Phase, in der eigentlich Stabilität, Verlässlichkeit und Planungssicherheit gefragt wären. Doch genau diese fehlen – mit Folgen, die kaum jemand noch wegdiskutieren kann.
Ruinöser Preisverfall trifft die Höfe
Denn während am Papier über Marktmechanismen gesprochen wird, passiert am Land längst das, was niemand hören will: Betriebe sperren zu – und oft für immer. Die Zahl ist erschreckend: Täglich schließen in Österreich neun bäuerliche Betriebe, und mit hoher Wahrscheinlichkeit öffnen sie nie wieder.
Wenn es schwierig wird, zeigt sich echte Partnerschaft
In dieser angespannten Lage setzt der oberösterreichische Lebensmittelhersteller Gourmetfein mit seiner Fleischmarke Öberio nun ein Zeichen – und zwar bewusst gegen den reinen Preisdruck. Als Betrieb, der seit jeher eng mit der regionalen Landwirtschaft verbunden ist, versteht man Wertschöpfung nicht als kurzfristige Kalkulation, sondern als gemeinsame Verantwortung, die bereits am Hof beginnt.
Aus diesem Selbstverständnis heraus hat sich Gourmetfein dazu entschlossen, die jüngste Preisreduktion an der Schweinebörse nur zur Hälfte an die 46 oberösterreichischen Schweine-Partnerbauern weiterzugeben. Den überwiegenden Teil der Belastung trägt das Unternehmen selbst.
Damit will Gourmetfein nicht nur wirtschaftlich helfen, sondern auch ein Signal senden: Partnerschaft endet nicht dort, wo es unangenehm wird.
Schmerzhaft – aber notwendig
Für das Unternehmen ist diese Entscheidung keineswegs ein leichter Schritt. Im Gegenteil: Bei rund 1.400 Schweinen pro Woche und einem Gesamtgewicht von über 150 Tonnen geht es um ein beträchtliches Kostenvolumen. Ein Schritt, der finanziell schmerzt – aber aus Sicht des Lebensmittelherstellers notwendig ist, um die bäuerlichen Strukturen nicht weiter zu gefährden.
Denn noch schmerzhafter als jede Zahl ist die Realität dahinter: Kleinstrukturierte Existenzen gehen zugrunde. Höfe, auf denen Menschen persönlich für ihre Tiere sorgen, die durch ihre tägliche Arbeit die Landschaft pflegen, Biodiversität sichern und das Rückgrat vieler Regionen bilden.
Bekenntnis zur heimischen Landwirtschaft
Gourmetfein betont, dass diese Maßnahme zwar keine strukturellen Marktprobleme lösen kann – sie soll aber zeigen, dass Verantwortung entlang der gesamten Wertschöpfungskette geteilt werden kann. Und auch geteilt werden muss.
Denn wenn Österreich keine industrielle Massentierhaltung aus dem Ausland will, gleichzeitig aber die kleinstrukturierte heimische Landwirtschaft erhalten möchte, dann braucht es ein klares Bekenntnis aller Beteiligten: von fleischverarbeitenden Betrieben über Handel und Gastronomie bis hin zu den Konsumenten.
Zu 100 Prozent aus Österreich – eidesstattlich garantiert
Ein starkes Argument in der Diskussion ist auch die Herkunft. Überall dort, wo Gourmetfein-Werbung sichtbar ist, ist eidesstattlich erklärt, dass kein einziges Kilogramm Schweine- oder Rindfleisch von außerhalb der einzigartigen österreichischen Wertschöpfungskette stammt.
Wer sich also ein Gourmetfein-Leberkässemmerl in Österreich etwa an fast allen BP-Shell-oder ENI-Tankstellen in Österreich oder in Deutschland in tausenden Tankstellenshops und bei vielen Handelsketten kauft, kann sich darauf verlassen, dass kein Gramm Fleisch von außerhalb der österreichischen Kette kommt. Für Wirte, Lebensmittelhändler und Konsumenten soll damit klar sein: Wer zu Gourmetfein greift, bekommt 100 Prozent Österreich – garantiert.
Jetzt braucht es alle
Der Schweinepreis-Verfall zeigt einmal mehr: Wenn es hart auf hart kommt, entscheidet sich, wer wirklich zu Österreichs Landwirtschaft steht. Für viele Höfe ist es bereits fünf nach zwölf. Und wenn weiterhin täglich Betriebe zusperren, dann wird es irgendwann nicht mehr nur um Preise gehen – sondern um die Frage, ob es regionale Landwirtschaft überhaupt noch gibt.